Amtliches Endergebnis der Parlamentswahl im Kosovo
Die kosovarische Wahlkommission hat am Sonntag das offizielle Endergebnis der Parlamentswahl vom 12. Dezember kundmachen lassen. Stärkste Fraktion ist die Demokratische Partei (PDK) von Premier Thaci, die im 120-Sitze-Parlament über 34 Mandate verfügen wird. Die PDK hatte bei der Parlamentswahl, die wegen Unregelmäßigkeiten zum Teil wiederholt werden musste, 32,11 Prozent der Stimmen bekommen.
Die Demokratische Liga (LDK) des Bürgermeisters von Prishtina, Isa Mustafa, erhielt mit 24,69 Prozent der Stimmen 27 Mandate, gefolgt von der nationalistischen Organisation "Vetevendosje" (Selbstbestimmung) des ehemaligen Studentenführers Albin Kurti mit 12,69 Prozent der Stimmen und 14 Mandaten. "Vetevendosje" hatte erstmals an einer Wahl angenommen.
Die Allianz für die Zukunft (AAK) des ehemaligen Premiers und derzeitigen Haager Angeklagten Ramush Haradinaj hat sich 11,04 Prozent der Stimmen und zwölf Parlamentssitze gesichert, die Allianz Neues Kosovo (AKR) des Geschäftsmanns Behgjet Pacolli brachte es auf 7,29 Prozent und acht Mandate. Die restlichen Mandate kommen den ethnischen Minderheitengruppen zu. Die serbische Selbstständige Liberale Partei, die auch bisher an der Regierung beteiligt war und keinen offiziellen Kontakt zu Belgrad unterhält, hat acht Parlamentssitze, die "Einheitliche Serbische Liste" (JSL) vier, die Partei der türkischen Volksgruppe (Kosova Demokratik Türk Partisi/KDTP) hat drei Sitze, die bosniakische Koalition Vakat zwei. Noch acht kleine Parteien sind mit je einem Sitz im Parlament vertreten.
Das Mitglied der PDK-Führung Memli Krasniqi hatte nach Bekanntgabe der Wahlendergebnisse angekündigt, dass seine Partei in Bälde Gespräche über eine neue Regierungskoalition einleiten würde. Derzeit lässt sich noch nicht absehen, inwiefern sich der Bericht des Europarates, in welchem Thaci Mitte Dezember als Chef einer zentralkosovarischen kriminellen Gruppe identifiziert wurde, die nach dem Kosovo-Krieg (1998-99) auch in den Organhandel verwickelt gewesen sein soll, auf die Regierungsbildung auswirken wird.












