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    Zuletzt aktualisiert: 18.01.2011 um 20:44 UhrKommentare

    Breite Front gegen Ende für Wehrpflicht

    Kärntner Offiziere sind von Modellen zur Heeresreform wenig begeistert. Sie fordern eine klare Festlegung der zukünftigen Aufgaben des Österreichischen Bundesheers.

    Foto © APA/Symbolbild

    Einen Beliebtheitswettbewerb bei aktiven und ehemaligen führenden Bundesheeroffizieren in Kärnten wird Verteidigungsminister Norbert Darabos nicht mehr gewinnen. Reformbedarf beim Militär besteht, darüber herrscht Konsens. Auf wenig Gegenliebe stoßen die sieben Varianten für die Zukunft des österreichischen Wehrsystems.

    Intelligenzquotient sinkt

    Abschaffung der Wehrpflicht? Freiwilligenheer? Reines Berufsheer? "Das ist zweitrangig. Wichtig ist eine neue Sicherheitsdoktrin - welche Herausforderungen warten überhaupt?", sagt Günter Polajnar, Brigadier im Ruhestand. Der frühere Kärntner Militärkommandant Gerd Ebner ist gegen die Abschaffung der Wehrpflicht, würde die Ausbildung aber zielorientierter gestalten. "Ein Berufsheer in entsprechender Zahl wäre sicher teurer." Ob sich bei einem neuen System genügend Freiwillige finden würden, bezweifelt Ebner. Rudolf Thurner, Brigadier der Miliz, befürchtet, dass die Qualität zurückgehen würde. "Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass der Intelligenzquotient der Bewerber sinkt." Thurner fordert eine klare Festlegung der Aufgaben des Bundesheeres. "Und das Milizsystem sollte gestärkt werden, mehr Übungen wären wichtig."

    Das Militärkommando Kärnten war in die Ausarbeitung der präsentierten Modelle nicht eingebunden, bestätigt Presseoffizier Helmut Sadnikar. Die Pläne werden deshalb nicht kommentiert. "Wie es weitergeht, entscheidet die Politik." Von Standortschließungen und Streichung von Garnisonen ist auszugehen. Reaktionen aus der Kärntner Politik: Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) spricht von "halbfertigen Konzepten". Reform ja, die Wehrpflicht abschaffen ist für Dörfler aber kein Thema. SPÖ-Chef Peter Kaiser unterstützt seinen Parteikollegen Darabos. Ein "Freiwilligenheer" könne die "derzeit vorstellbaren Einsätze" abdecken.

    WOLFGANG FERCHER

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