Mehrere Selbstverbrennungen in Nordafrika
Die Selbstverbrennung eines Gemüsehändlers in Tunesien - Auslöser der gegenwärtigen Unruhen - hat Nachahmer in mehreren Staaten der Region gefunden. Am Montag lagen allein aus Algerien Berichte über vier Fälle vor. Auch in Ägypten und Mauretanien haben sich Bürger Augenzeugen und örtlichen Medien zufolge aus Protest gegen die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse selbst in Brand gesetzt.
Die algerischen Zeitungen "Al Watan" und "Al Khabar" berichteten von insgesamt vier Männern, die sich in den vergangenen Tagen in Provinzstädten wie Mostaganem oder Bordj Menail mit Benzin übergossen und angezündet haben. In einem Fall hieß es zunächst, der Mann sei ums Leben gekommen. Späteren Meldungen zufolge überlebte er schwer verletzt. In Ägypten berichteten Parlaments- und Sicherheitskreise von einem etwa 50-jährigen Mann, der eine ähnliche Tat am Montag mit leichten Verletzungen überlebt habe. Er habe gegen seine schlechten Lebensbedingungen protestieren wollen.
Aus Polizeikreisen in Mauretanien erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von einem weiteren Fall am Montag. Ein 40-Jähriger Unternehmer aus einer wohlhabenden Familie habe sich vor dem Präsidentenpalast in seinem Auto eingeschlossen und mit Benzin übergossen, hieß es. Bevor die Sicherheitskräfte und Passanten die Scheiben einschlagen und ihn herausholten konnten, habe er sich in Brand gesetzt. Der Mann sei in ein Krankenhaus gebracht worden. Mit der Aktion habe er gegen die Misshandlung seines Stammes durch die Regierung protestieren wollen, hieß es.
Am 17. Dezember hatte sich der Tunesier Mohamed Bouazizi selbst angezündet, nachdem die Polizei seinen Gemüsewagen beschlagnahmt hatte. Der 26-Jährige starb Wochen später an seinen Verbrennungen. Für viele seiner Landsleute wurde er zum Märtyrer. Bei den nachfolgenden Unruhen wurde Präsident Zine al-Abidine Ben Ali gestürzt.












