Ehud Barak verlässt Arbeitspartei
Der Parteivorsitzende und israelische Verteidigungsminister Ehud Barak verlässt seine Partei und gründet eine eigene Fraktion im Parlament. Die neue israelische Partei soll Azmaut heißen.

Foto © ReutersEhud Barak
Überraschend verlässt der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak (68) die sozialdemokratische Arbeitspartei. Der bisherige Parteivorsitzende Barak sagte am Montag vor Journalisten in Jerusalem, er wolle gemeinsam mit vier weiteren Abgeordneten eine neue Partei mit dem Namen Azmaut (Unabhängigkeit) gründen. "Die Partei wird in der politischen Mitte angesiedelt, zionistisch und demokratisch sein", sagte Barak. "Wir brechen zu neuen Ufern auf."
In der Arbeitspartei verbleiben damit nur noch acht Abgeordnete. Sie stellte bisher 13 der 120 Abgeordneten im israelischen Parlament.
Unzufriedenheit mit Barak
Hintergrund des Schritts ist die wachsende Unzufriedenheit mit Barak in seiner Partei. Mitglieder des linken Parteiflügels hatten ihn mehrfach aufgefordert, die rechtsorientierte Regierung Netanyahu zu verlassen, weil der Friedensprozess mit den Palästinensern brachliegt. Der israelische Rundfunk berichtete, Baraks Vorgehen sei mit Netanyahu abgestimmt. Damit gerät die Regierungskoalition unter Druck, verliert aber nicht ihre Mehrheit in der Knesset.












