Unruhen erreichen Stadtzentrum von Tunis
Trotz Signalen des Entgegenkommens der Regierung ist die Lage in Tunesien am Mittwoch erneut eskaliert. Bisher haben die Proteste gegen Arbeitslosigkeit und Armut fast 50 Tote gefordert.

Foto © APDie Armee geht gegen Demonstranten vor
Im Zentrum der nunmehr auch von den wochenlangen Sozialprotesten erfassten Hauptstadt Tunis kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen mehreren hundert Demonstranten und der Polizei. Die Beamten schossen Tränengas in die Menge, die sich auf einer der wichtigsten Kreuzungen in der Stadt versammelt hatte. Die Menschen flüchteten in nahe gelegene Straßen der Millionenmetropole. Über Verletzte oder Festnahmen wurde zunächst nichts bekannt.
Kurz zuvor hatte Ministerpräsident Mohamed Ghannouchi die Ablösung von Innenminister Rafik Belhaj Kacem bekanntgegeben. Die meisten Personen, die während der seit fast einem Monat andauernden Unruhen festgenommen wurden, würden freigelassen, außer ihre Schuld sei erwiesen, hieß es. Auch ein Untersuchungsausschuss zu Korruption werde eingesetzt. Die Proteste gegen Arbeitslosigkeit und Armut im Land mit bisher bis zu 46 Toten hatten am Dienstag die Vororte von Tunis erreicht. Die Armee rückte daraufhin ins Stadtzentrum ein.
Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton verurteilte eine "unverhältnismäßige" Gewaltanwendung durch die Polizei. Die Verantwortlichen müssten ermittelt und der Justiz übergeben werden.












