Neuer tödlicher Angriff auf Christen in Ägypten
In Ägypten ist am Dienstag bei einem Anschlag wieder ein Christ ums Leben gekommen. Laut Sicherheitskräften schoss ein Mann in einem Zug in der Nähe der Stadt Assiut südlich von Kairo um sich und tötete einen Christen. Die Regierung in Kairo rief nach Kritik von Papst Benedikt XVI. an religiös motivierter Gewalt in dem Land ihren Botschafter aus dem Vatikan zu "Konsultationen" zurück.
Bei der Attacke in dem Zug seien zudem sieben Menschen, darunter Christen und Muslime, verletzt worden, teilten die Sicherheitskräfte mit. Der Angreifer, der in der Ortschaft Samalut in den Zug auf dem Weg in die Hauptstadt Kairo gestiegen sei, wurde den Angaben zufolge festgenommen. Er werde von Beamten verhört, sein Motiv sei noch unklar, hieß es. Auch über einen eventuellen antichristlichen Hintergrund könnten noch keine Angaben gemacht werden.
In der Neujahrsnacht waren bei einem Bombenanschlag auf eine koptische Kirche in der ägyptischen Stadt Alexandria wenige Tage vor dem koptischen Weihnachtsfest 21 Menschen ums Leben gekommen, 80 weitere wurden verletzt. Der Anschlag hatte weltweit Bestürzung ausgelöst. Die Kopten sind die größte christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten und machen bis zu zehn Prozent der 80 Millionen Einwohner Ägyptens aus.
Nach kritischen Worten des Papstes infolge des Anschlags von Alexandria verbat sich das ägyptische Außenministerium in Kairo "jegliche inakzeptable Einmischung in die inneren Angelegenheiten" des Landes. Die vorläufige Abberufung des ägyptischen Botschafters erfolge nach "neuen Stellungnahmen" des Papstes zur "Koptenfrage", sagte ein Sprecher. Benedikt XVI. hatte am Montag "zielführende Maßnahmen zum Schutz religiöser Minderheiten" gefordert.












