Der Bischof will "freien Blick"
Die Kirche hat keine Freude mit der Aufstellung der Skulptur "Haiders Hände" vor dem Gurker Dom. Der Bischof lädt die Beteiligten noch einmal "zum Nachdenken" ein.

Foto © KK/NeumüllerBischof Alois Schwarz
Für die Gemeinde ist alles klar. Gurk lädt auf seiner Internet-Seite für Dienstag, 25. Jänner, zur "Enthüllung und Segnung des Haider-Denkmals vor dem Gurker Dom" ein. Am 26. Jänner ist der Geburtstag Jörg Haiders. Die Skulptur "Haiders Hände" in Erinnerung an den verstorbenen Landeshauptmann soll zwar auf Gemeindegrund, aber in unmittelbarer Nähe zum Dom aufgestellt werden. Der Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz findet das "nicht gut", das habe er dem Gurker FPK-Bürgermeister Siegfried Kampl vor einiger Zeit auch gesagt. Offenbar ohne Erfolg. Die Skulptur soll von ihrem derzeitigen Standplatz vor dem Bergbaumuseum in Klagenfurt nach Gurk übersiedelt werden. Kritische Stimmen haben eine Diskussion darüber ausgelöst.
"Was will man mit der Aufstellung mit Blick auf die Türme von Gurk mitteilen", hinterfragt jetzt auch der Bischof. Für ihn ist das eine "Frage des Geschmackes, und meinen Geschmack trifft es nicht" so Schwarz zur Kleinen Zeitung. Der Bischof wünscht sich, "der Blick auf die Türme von Gurk soll frei sein". Deshalb lädt er die Beteiligten noch einmal "zum Nachdenken" ein. Dass sich Stiftspfarrer Gerhard Christoph Kalidz "als Ortspfarrer verpflichtet" fühlt, bei der Enthüllung des Denkmals den Segen zu spenden, hinterfragt der Bischof ebenfalls: "Was soll da gesegnet werden. Der Pfarrer muss wissen, wofür er Segen spenden kann. Das ist kein Denkmal, das einer Segnung bedarf."
Witwe Claudia Haider sieht die Skulptur mit den Händen als "Symbol für Toleranz und Menschlichkeit", die ihr verstorbener Ehemann gelebt habe. Die Diskussion über den Standort versteht sie nicht, weil es sich um öffentlichen Grund handle und es dort auch ein Denkmal für den Bauernbefreier Hans Kudlich gibt. Und die Nähe zum Dom kommentiert Claudia Haider mit den Worten, "wir alle sind in der Nähe der Kirchen".












