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Zuletzt aktualisiert: 09.01.2011 um 22:36 UhrKommentare

Unruhen in Nordafrika verschärfen sich

Foto © APA

In Tunesien und Algerien haben sich die sozialen Unruhen am Wochenende weiter verschärft. Nach Angaben eines Oppositionspolitikers wurden in zwei Orten im Zentrum Tunesiens seit Samstag mindestens 20 Menschen getötet. Während die Proteste in Tunesien sich vor allem gegen die hohe Arbeitslosigkeit richten, waren im benachbarten Algerien hohe Lebensmittelpreise der Auslöser.

"Man hat sogar auf Leichenzüge geschossen", sagte Ahmed Nejib Chebbi von der tunesischen Oppositionspartei PDP. Die Regierung in Tunis bestätigte lediglich zwei Tote in Tala und betonte, dass die Polizei zur Selbstverteidigung geschossen habe. In Tala war es am Samstag zu heftigen Ausschreitungen gekommen, mehrere Gebäude wurden verwüstet. Nach Augenzeugenberichten war erstmals auch die Armee im Einsatz, um die Unruhen einzudämmen. Dafür gab es bislang keine Bestätigung. Menschenrechtsorganisationen werfen der tunesischen Regierung Zensur und hartes Vorgehen gegen Journalisten vor.

Unterdessen wurden drei weitere Fälle öffentlicher Selbstverbrennungen in Tunesien bekannt. Ein 17 Jahre alter Schüler aus Ariana in der Nähe von Tunis sei an seinen Verletzungen gestorben, sagte ein Vertreter der Lehrergewerkschaft der dpa. Er habe einen Schülerprotest organisiert und sei vom Direktor in dessen Büro zitiert worden. Dort habe er sich mit einem Lösungsmittel übergossen und angezündet.

In Kasserine habe sich ebenfalls ein 17 Jahre alter Jugendlicher ohne Arbeit mit Benzin übergossen und in Flammen gesetzt. Passanten retteten ihn jedoch. In Sidi Bouzid, wo die Selbstverbrennung eines arbeitslosen Hochschulabsolventen Mitte Dezember zum Auslöser der Unruhen wurde, steckte sich ein 50-jähriger in Brand. Er erlitt nur leichte Verletzungen.

Unterdessen kündigte die Regierung in Algerien massive Preissenkungen für Lebensmittel an. Die gestiegenen Preise für Grundnahrungsmittel wie Zucker und Speiseöl waren Auslöser der Unruhen, die sich in zahlreichen Orten des Landes ausgebreitet haben.

Quelle: APA

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