Polen baut Museum des Zweiten Weltkriegs
Die polnische Regierung hat 360 Millionen Zloty (92 Mio. Euro) für den Bau eines Museums des Zweiten Weltkriegs in Gdansk (Danzig) bewilligt. Das Museum soll bis 2014 entstehen. Es werde ein "unerlässliches Denkmal, um das Bewusstsein der jungen Generation zu formen", erklärte Regierungssprecher Pawel Gras gegenüber Journalisten.
Dabei solle auch der "enorme Anteil von Polen am Sieg" der Alliierten herausgestellt werden, so Gras. Die Einrichtung soll den Zweiten Weltkrieg vor allem aus Sicht Polens und anderer Länder Mittel- und Osteuropas zeigen und besonders das Alltagsleben in den besetzten Gebieten behandeln. "Der Schwerpunkt wird auf der Darstellung des Schicksals einzelner Menschen liegen, natürlich vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse", heißt es in einer Mitteilung der Regierung. Neben dem Leiden der Bevölkerung werde auch die Kollaboration mit dem Besatzer thematisiert, so die Mitteilung.
Ein Grundkonzept für die Ausstellung erarbeitete bereits die belgische Firma Tempora, die im vergangenen Jahr einen entsprechenden Wettbewerb gewann. Auf 4.000 Quadratmetern sollen unter anderem Straßen aus zerstörten Städten nachgebaut werden. Eine Mauer mit Einschusslöchern soll dem Besucher Durchblicke auf zerstörte Stadtlandschaften gewähren. Die szenische Darstellung soll es dem Besucher ermöglichen, sich "emotional mit dem historischen Kontext zu identifizieren", heißt es auf der Internetseite des entstehenden Museums.
Das 1,7 Hektar große Gelände für das Museum in der Nähe der Altstadt stellte die Stadt Gdansk zur Verfügung. Ministerpräsident Donald Tusk sagte, das Projekt werde trotz der angespannten Lage bei den Staatsfinanzen "vorrangig" behandelt. Das Museum soll am 1. September 2014 zum 75. Jahrestag des Kriegsausbruchs eingeweiht werden.












