Griechenland baut an der "Festung Europa"

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Griechenland will das größte Einfallstor für illegale Einwanderer nach Europa schließen. Das von der Finanzkrise schwer gebeutelte Land wird dem Zustrom nicht mehr Herr. Das gibt selbst die Europäische Union zu. Jetzt macht Athen Druck auf die EU und kündigt den Bau eines Zauns an der Grenze zur Türkei an. Kommentatoren werteten den Plan als einen Baustein für die "Festung Europa".
"Die Grenzen der Geduld der griechischen Gesellschaft sind längst überschritten", sagte Bürgerschutzminister Papoutsis. "Wir planen, einen Zaun entlang der Grenze zu bauen." Der Wall entlang des türkisch-griechischen Grenzflusses Evros (türkisch: Meric) soll nach dem Vorbild des Grenzzauns zwischen den USA und Mexiko gebaut werden. "Diejenigen, die ein Recht auf Asyl haben, werden es bekommen. Alle anderen werden freiwillig oder zwangsweise zurück in ihre Herkunftsländer geschickt", fügte der Minister hinzu.
In Athen und den anderen großen Städten des Landes spielt sich seit Jahren ein Drama ab, dessen Dimensionen immer größer werden. Auf den Straßen Athens betteln Hunderte Migranten. Die Kleinkriminalität nimmt rasant zu. Ganze Stadtviertel haben sich in Ghettos verwandelt.
Rechtsextremistische und ausländerfeindliche Organisationen finden immer mehr Anhänger bei den unter der Schuldenkrise leidenden Griechen. Die Stimmung in dem Migranten-Stadtteil Agios Panteleimon in Athen ist explosiv. "Ein zufälliges Ereignis, ein einfacher Streit, könnte eine Gewaltwelle auslösen", warnen Bewohner.
Doch Griechenland wird von Menschenrechtsorganisationen und dem UNO-Flüchtlingshilfswerk kritisiert. Weniger als ein Prozent der Antragsteller bekommen Asyl. Die meisten tauchen unter in die Masse der anonymen Migrantenscharen. Schlepper haben Hochkonjunktur, zwischen rivalisierenden Schlepperbanden aus Afghanistan und Pakistan kam es zuletzt sogar zu Zusammenstößen.












