Tezcans Tage in Österreich könnten gezählt sein
Der umstrittene türkischer Botschafter soll seit einem Eklat bei einem Empfang im Juni in Ankara schlecht angeschrieben sein.

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Der umstrittene türkische Botschafter in Österreich, Kadri Ecvet Tezcan (61), könnte bald abberufen werden. Ankara plane laut "Standard" eine Umstrukturierung seines diplomatischen Dienstes, im Zuge derer für Tezcan eine andere Verwendung gefunden werden könnte. Die "Presse" schrieb, der Botschafter sei in Ankara seit einem Eklat bei einem Empfang im Juni schlecht angeschrieben.
Eine Bestätigung für eine Abberufung Tezcans von türkischer Seite gab es laut "Presse" nicht. Allerdings könnte ein Vorfall im Sommer dazu geführt haben, dass die Tage des türkischen Botschafters in Wien als gezählt gelten. Über den Vorfall hatte auch die türkische Website haberform.com berichtet.
Ein Heimatverein von Türken aus dem mittelanatolischen Yozgat (AYFED) hatte am 13. Juni zu einem Fest in die Wiener Botschaft geladen. Bei dem Empfang war auch der aus Yozgat stammende Vizepremier Cicek anwesend. Es kam zu einem Streit zwischen Tezcan und dem AYFED-Vorsitzenden Feyzulah Andak. Tezcan wies laut türkischer Presse seine Leibwächter an, Andak zu entfernen. Cicek soll der Szene wie versteinert zugesehen haben.
Cicek ist einer der wichtigsten Minister im Kabinett von Ministerpräsident Erdogan. Nach dem Eklat schien die Abberufung Tezcans nur noch eine Frage der Zeit. Im Herbst gab Tezcan der "Presse" ein von ihm selbst als nicht diplomatisch eingestuftes Interview. Tezcan hatte darin Innenministerin Fekter als Fehlbesetzung für die Integrationspolitik bezeichnet und den Österreichern vorgeworfen, sie seien außer im Urlaub nicht an anderen Kulturen interessiert.
Ein erfahrener türkischer Beobachter des Außenministeriums in Ankara vermutet laut "Standard", Tezcan habe politische Ambitionen für die Zeit nach seiner Pensionierung und wollte das Interesse von Premier Erdogan an seiner Person erregen. Mit seinem Interview habe er kritische Aussagen Erdogans zum Verhältnis der Europäer gegenüber den türkischen Immigranten kopieren wollen.














