"Leistungen? Da sag i lieber nix"
Nun sind abgehörte Telefongespräche zwischen Karl-Heinz Grasser und Walter Meischberger öffentlich. Der Ex-Minister gab dem angeklagten Lobbyisten Tipps zur kreativen Aussage vor dem Staatsanwalt.

Foto © APANicht nur Schönwetterfreunde: Grasser versuchte Golfpartner Meischberger aus der Patsche zu helfen
Extrem sauer" sei er gewesen, Karl-Heinz Grasser, als er von Walter Meischbergers Machenschaften erfahren habe. Den Kontakt zu seinem Freund habe er abgebrochen, erklärte der Ex-Finanzminister im Vorjahr.
Tatsache ist: Im Februar 2010 führte Grasser per Wertkartentelefon zwei Gespräche mit dem bereits angeklagten Lobbyisten Meischberger - nicht wissend, dass sie von der Polizei abgehört wurden. Dabei gab er dem vermeintlich Verstoßenen Ratschläge, wie dieser sich bei der Staatsanwaltschaft heiklen Fragen entwinden könnte. Der "Falter" hat die Protokolle nun veröffentlicht.
So treibt Meischberger die Frage um, wie sich fünfstellige Zahlungen der Firma "Porr" rechtfertigen ließen. Grasser rät zur Suche im Internet: "Welche Projekte haben's wo gemacht?" Meischberger ist nicht überzeugt. Seine Leistung? "Da sag i lieber nix."
Auch Meischbergers Gespräche mit dem Immobilien-Tycoon Ernst Karl Plech wurden mitgeschnitten. Darin geht es um Aufträge von Finanzminister Grasser, die Meischberger an Plech vermittelt habe. Gegen viel Geld. "Wo woar mei Leistung", fragt Meischberger. Auch Plech ist ratlos: "I bin völlig durcheinander."
Die Protokolle lagen dem Falter schon länger vor, eine Publikation war bisher medienrechtlich ausgeschlossen. Möglich wurde dies mithilfe der Grünen, die die Protokolle in eine parlamentarische Anfrage packten und so öffentlich machten.
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Auszug aus den Protokollen
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Es war der harmlose Rat eines Freundes, aber keinesfalls der Versuch, Einfluss auf seine Aussage zu nehmen
Grasser zum Telefonat













