Menschenrechtsgruppen kritisieren Kenia
Die Menschenrechtsorganisationen Amnesty International (AI) und Human Rights Watch (HRW) haben Kenia vorgeworfen, mit der Ausweisung somalischer Bürgerkriegsflüchtlinge das Leben Tausender Menschen aufs Spiel zu setzen.
"Niemand sollte gezwungen werden, nach Mittel- oder Südsomalia zurückzukehren", sagte Michelle Kagari, die stellvertretende Afrika-Direktorin von AI, bei der Vorstellung des Berichts über den Umgang des ostafrikanischen Landes mit den Schutzsuchenden aus dem Nachbarland.
Im November habe die Polizei 3000 somalische Flüchtlinge gezwungen, in ihre von Bürgerkrieg zerrüttete Heimat heimzukehren. Andere Flüchtlinge hätten von Schmiergeldforderungen und willkürlichen Festnahmen durch die Sicherheitsbehörden berichtet.
Auch Gerry Simpson, Flüchtlingsexperte von HRW, warf den kenianischen Behörden eine "flagrante Verletzung der Rechte der Somalier" vor. Die Flüchtlinge dürften nicht zur Rückkehr in ein Gebiet gezwungen werden, wo ihr Leben bedroht sei.
Kenia hatte angesichts des zunehmenden Konflikts in Somalia Ende 2006 seine fast 700 Kilometer lange Grenze zum Nachbarland geschlossen. Als Grund führte Kenia an, die Einschleusung radikalislamischer Kämpfer mit Verbindungen zu Al-Kaida solle in der nur dünn besiedelten halbwüstenartigen Region verhindert werden.












