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Zuletzt aktualisiert: 08.12.2010 um 15:09 UhrKommentare

PISA-Studie: Mädchen lesen klar besser

Foto © APA

Mädchen sind eindeutig die besseren Leser. Das zeigt ein Blick auf die Details der neuen PISA-Studie. In allen OECD-Staaten erreichten die Mädchen beim Lesen deutlich höhere Punktzahlen: Ihr Vorsprung reicht dabei von 22 Punkten in Chile bis zu 61 Punkten in Bulgarien. In Österreich erreichen die Mädchen 490 Punkte und die Burschen 449.

Die Differenz von 41 Punkten entspricht dabei in etwa dem OECD-Schnitt. Dementsprechend kleiner ist auch die Risikogruppe der besonders schlechten Leser bei den Mädchen: Im OECD-Schnitt gehören 25 Prozent der Burschen und 13 Prozent der Mädchen zur Risikogruppe - in Österreich sind es 35 Prozent der Burschen und 20 Prozent der Mädchen. Die kleinste Lese-Risikogruppe hat bei den Burschen Südkorea (neun Prozent), bei den Mädchen Finnland und Südkorea (zwei bzw. drei Prozent).

In der Mathematik sieht die Sache anders aus: Im OECD-Schnitt erzielen die Burschen einen um zwölf Punkte höheren Mittelwert. Mit einer Geschlechterdifferenz von 19 Punkten zugunsten der Burschen sind die Unterschiede in Österreich recht hoch. Am höchsten ist der Gender Gap zugunsten der Burschen in Belgien (22 Punkte) und Chile (21), in 16 Ländern ist er praktisch nicht vorhanden, in Litauen sind als einzigem Land die Mädchen signifikant besser (sechs Punkte).

Ein vollkommen uneinheitliches Bild zeigt sich in den Naturwissenschaften. In 18 OECD- bzw. EU-Staaten sind die Geschlechterdifferenzen signifikant: In neun davon liegen die Mädchen vorn, in neun die Burschen. In Bulgarien (20 Punkte), Litauen (17), Finnland (15) und Slowenien (14) finden sich die größten Unterschiede zugunsten der Mädchen, die Länder mit den höchsten Differenzen zugunsten der Burschen sind die USA (14 Punkte) und Dänemark (zwölf). In Österreich ist der Unterschied statistisch nicht signifikant - Burschen erreichen aber einen um acht Punkte höheren Mittelwert als Mädchen.

Die Regierungsparteien sorgen mit ihren Reaktionen auf die PISA-Ergebnisse für Kritik. Es sei eine "Verhöhnung der Eltern, die sich um die Zukunft ihrer Kinder sorgen", wenn sich SPÖ und ÖVP selbst jetzt in ihren "ideologischen Schützengräben vergraben", sagte Grünen-Chefin Eva Glawischnig am Mittwoch. Sie kündigte einen Antrag auf Einstellung von zusätzlich 1.000 Lehrern im Zuge der Budgetberatungen an. Diese würden 45 Mio. Euro kosten, "das ist finanzierbar", erläuterte Glawischnig in einer Aussendung.

Quelle: APA

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