Amnesty kritisiert Prügelstrafe in Malaysia
Die Prügelstrafe hat in Malaysia nach einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International "epidemische Ausmaße" angenommen. Tausende Menschen würden jedes Jahr zu Schlägen verurteilt und mit Stockhieben traktiert, viele trügen lebenslange körperliche und psychische Narben davon. Der Bericht "Ein Schlag gegen die Menschlichkeit" ist am Montag in Kuala Lumpur veröffentlicht worden.
"In jedem Fall, den wir untersucht haben, handelte es sich um Folter - die unter allen Umständen verboten ist", sagte Sam Zarifi, Direktor von Amnesty International für die Asien-Pazifik-Region. In den vergangenen Jahren sei die Prügelstrafe auf immer mehr Verstöße ausgeweitet worden. Seit 2002 werden auch illegale Einwanderer damit bestraft. Darunter fallen auch Menschen, die vor Verfolgung nach Malaysia geflüchtet sind, etwa aus Burma. Malaysia kennt keinen Flüchtlingsstatus. Wenn Flüchtlinge ohne Papiere erwischt werden, droht ihnen die Prügelstrafe.
Nach dem Bericht werden speziell trainierte Gefängniswachen für jeden Schlag mit der rund einen Meter langen Rute auf die nackte Haut extra bezahlt. Die Schläge sind nach Angaben von Amnesty äußerst hart, viele Opfer verlieren das Bewusstsein. Die Organisation kritisiert die Ärzte, die Opfer wiederbeleben, damit sie weiter geprügelt werden können. "Das verstößt gegen jede medizinische Ethik", meinte Zarifi. Er forderte die Regierung auf, die Prügelstrafe abzuschaffen und die UN-Konvention gegen Folter zu ratifizieren.












