IWF fordert größeren Euro-Rettungsschirm
Der Währungsfonds fürchtet, dass die Schuldenkrise die wirtschaftliche Erholung zunichte macht. Europa müsse den Rettungsschirm größer und flexibler machen.

Foto © Fotolia - fffranz
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat sich für einen größeren Rettungsschirm für schuldengeplagte Länder der Eurozone ausgesprochen. Das geht aus einem Bericht vor, den IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Montag bei einem Treffen der Finanzminister der Euroländer und dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, vorlegen wollte. Darin spricht sich der IWF auch dafür aus, dass die EZB noch mehr Staatsanleihen als bisher kauft. Die Schuldenkrise sei eine Gefahr für die wirtschaftliche Erholung, heißt es in dem Bericht, der Reuters am Sonntag vorlag. "Die Erholung könnte weitergehen, aber dieses Szenario könnte leicht von den neuen Turbulenzen an den Finanzmärkten zunichtegemacht werden."
Der IWF sprach sich neben einer Vergrößerung des Rettungsschirmes auch dafür aus, die Instrumente flexibler handhaben zu können, etwa für die Unterstützung von Banken. Der Rettungsfonds besteht derzeit aus 750 Milliarden Euro, die vergeben werden können, wenn Euro-Staaten an den Finanzmärkten keine oder nur teure Kredite bekommen, die ihre Geldsorgen weiter vergrößern würden. Um hohe Zinsen für Staaten wie Portugal oder Spanien zu verhindern, kauft die EZB außerdem Staatsanleihen auf. Im Vergleich zu den USA sind diese Käufe aber bislher gering.
Zuletzt sprach sich auch die belgische Regierung dafür aus, den Rettungsfonds zu vergrößern. Das deutsche Finanzministerium lehnt die Idee weiter ab, wie eine Sprecherin am Samstag sagte.
Features
Fakten
Die Finanzminister der Euro-Gruppe kommen heute zu Beratungen in Brüssel zusammen. Die Schuldenkrise in der Euro-Zone hatte sich zuletzt verschärft, nachdem Irland Kredithilfen in Höhe von 85 Milliarden Euro aus dem bis 2013 befristeten 750-Milliarden-Euro-Rettungsschirm beantragt hatte.












