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Zuletzt aktualisiert: 26.11.2010 um 17:01 UhrKommentare

Israel empört über palästinensische Studie

Israels Ministerpräsident Netanyahu hat eine palästinensische Studie als skandalös bezeichnet, wonach die Klagemauer in der Altstadt von Jerusalem den Palästinensern gehöre und keine religiöse Stätte der Juden sei. Netanyahu reagierte damit auf einen Beitrag des stellvertretenden palästinensischen Informationsministers Mutawakil Taha, der auf der Internetseite der Behörde veröffentlicht wurde.

Darin heißt es unter anderem, die Klagemauer (hebräisch: Kotel, arabisch: Hait al-Buraq) sei nicht wie von den Juden behauptet ein Teil der Westmauer des einstigen Tempels, der im Jahre 70 von den Römern zerstört wurde, sondern ein integraler Bestandteil der Al-Aksa-Moschee. "Die toleranten Muslime haben den Juden erlaubt, davor zu stehen und den Verlust zu beklagen", heißt es weiter. Darüber hinaus sei die Klagemauer angeblich erst um 1520 Teil jüdischer religiöser Tradition geworden.

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass kein Muslim, Araber oder Palästinenser nur einen einzigen Stein oder ein einziges Staubkorn der Klagemauer oder anderer heiliger Stätten aufgeben dürfe. Tahas Ansichten sind nicht neu, sondern seit Jahren geäußertes und weit verbreitetes Gedankengut unter Palästinensern und anderen Muslimen.

Eine derartige Verdrehung historischer Tatsachen stelle die Absichten der palästinensischen Autonomiebehörde, zu einem Friedensabkommen mit Israel zu gelangen, ernsthaft infrage, heißt es in der Erklärung Netanyahus. Die israelische Regierung erwarte, dass die Palästinenserführung die Studie missbillige und weit von sich weise. Netanyahu wies außerdem darauf hin, dass die Klagemauer die heiligste Stätte der Juden in den vergangenen 2000 Jahren seit der Zerstörung des Tempels sei.

Die Klagemauer ist die ehemalige Westmauer des von Herodes erbauten zweiten jüdischen Tempels, der im Jahr 70 nach Christus von den Römern zerstört wurde. Der Streit über die Kontrolle der religiösen Stätten in der Altstadt von Jerusalem gehört zu den schwierigsten Fragen der Nahost-Friedensverhandlungen.

Quelle: APA

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