Neue VP-Frauenchefin gegen Gleichbehandlungsgesetz

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Die ÖVP-Frauen wählen am Samstag in Innsbruck Dorothea Schittenhelm zu ihrer neuen Frauenchefin. In ihrem Antrittsinterview mit der APA kündigte die Bürgermeisterin von Bisamberg (NÖ) an, für einen höheren Frauenanteil in ihrer Partei zu kämpfen. Die Wahllisten sollen künftig nach dem Reißverschlusssystem erstellt werden. Heftige Kritik übte Schittenhelm am neuen Gleichbehandlungsgesetz.
Dass das Gesetz, das zur Offenlegung der Gehälter innerhalb von Unternehmen verpflichtet, Strafen für Arbeitnehmer vorsieht, die über diesen Offenlegungsbericht sprechen, komme "überhaupt nicht in Frage", sagte Schittenhelm. "Es kann nicht sein", dass Arbeitnehmer bestraft werden, wenn sie darüber öffentlich reden, es aber auf der anderen Seite für Unternehmen, die die Durchschnittsgehälter nicht offen legen, keine Sanktionen gebe. Hier will Schittenhelm noch nachverhandeln.
Sie lehnt allerdings generelle Strafen und Quoten für Unternehmen ab. Frauenquoten etwa in der Baubranche seien nicht machbar. Die 56-Jährige sieht aber Frauen- und Beamtenministerin Heinisch-Hosek im öffentlichen Sektor, in dem die Führungsebenen ebenfalls männerdominiert sind, gefordert. Schittenhelm nannte unter anderem die Krankenkassen, den ÖBB-Aufsichtsrat und das ORF-Direktorium.
Schittenhelm sprach sich im APA-Gespräch außerdem für ein Integrationsministerium aus. Kritik übte die Nationalratsabgeordnete am öffentlichen Druck bei diversen Asylfällen, etwa bei der Abschiebung der Komani-Zwillinge. In der aktuellen Debatte um die provokanten Aussagen des türkischen Botschafters Tezcan meinte sie, dass der "gute Mann" am falschen Platz sei, wenn er es nicht vertrage, dass ihm Innenministerin Fekter als Frau klar sage, was sie denke. Ein Kopftuch-Verbot lehnt sie ab, ebenso wie die Ganzkörperverschleierung.













