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    Zuletzt aktualisiert: 11.11.2010 um 14:21 UhrKommentare

    Anzeige gegen ehemaligen Präsidenten Jugoslawiens

    Foto © APA

    Ein Belgrader Anwalt ist nun bemüht, die serbische Justiz dazu zu bewegen, sich mit dem Hintergrund des Attentates auf den serbischen Premier Zoran Djindjic im März 2003 zu befassen. Srdja Popovic hat am Donnerstag Strafanzeigen gegen den ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica (2000-03) sowie den früheren Chef des Militärnachrichtendienstes Aca Tomic erstattet.

    Weiters zeigte er den Hauptorganisator des Mordangriffes und einstigen Befehlshaber der berüchtigten Sonderpolizei-Einheit "Rote Barette", Milorad Ulemek "Legija", sowie sechs weitere frühere Angehörige derselben Einheit, darunter auch den Mörder Djindjic´, Zvezdan Jovanovic "Zveki", an. Popovic wirft ihnen vor, im November 2001 in einen bewaffneten Aufstand der Sonderpolizei-Einheit in Belgrad verwickelt gewesen zu sein.

    Die Motive für den Protest der Polizeieinheit, die am 11. November 2001 die wichtigste Belgrader Durchfahrtstraße stundenlang unter ihrer Blockade hielt, wurden nie ermittelt. Der damalige Staatschef Kostunica hatte die Bedeutung des Protestes, zu welchem die Sonderpolizisten in voller Montur mit ihren Geländewagen erschienen waren, heruntergespielt. Die Gruppe habe wie andere Berufsgruppen auch ihre Unzufriedenheit eben in ihrer Arbeitskleidung bekundet, erklärte Kostunica.

    Popovic ist laut dem Sender B-92 überzeugt, dass die Ermittlungen in diesem Fall nun auch zur Aufklärung des politischen Hintergrunds des Attentates auf Djindjic beitragen könnten. Der Protest der "Roten Barette" habe einen Verstoß gegen die Verfassungsordnung dargestellt. "Er war die Einführung zum Attentat (auf Djindjic), "glaubt Popovic.

    Die Mörder von Djindjic - einige sind weiterhin flüchtig - waren nach einem Marathonprozess zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Popovic, der im Prozess als Anwalt der Mutter auftrat, hatte sich auch in seinen Schlussworten dafür eingesetzt, den Hintergrund des ungewöhnlichen Protestes der Sonderpolizei-Einheit aufzuklären.

    Quelle: APA

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