Armut - Caritas und Diakonie unzufrieden

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Caritas und Diakonie haben am Montag eine ernüchternde Bilanz des zu Ende gehenden europäischen Jahrs zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung gezogen. "Sehr tief gegriffen hat dieses Jahr nicht, sonst wäre die Budgetklausur anders ausgegangen", sagte Caritas-Präsident Franz Küberl laut Kathpress. Auch für Diakonie-Direktor Michael Chalupka ist vieles nicht gelungen.
Generell müsse Armutsbekämpfung ein "Hauptprogramm der Republik" sein, erklärte Küberl. Dies bedeute auch, "dass alle Gebietskörperschaften im Kampf gegen Armut an einem Strang ziehen und nicht gegeneinander kämpfen. Und dass die Politik nicht vor den Reichen Angst haben muss, sondern vor der Armut. Wenn man das beherzigt, kann man in fünf Jahren in Österreich Armut halbieren", zeigte sich der Caritas-Präsident überzeugt.
Angesichts der angespannten Budgetsituation müsse man in diesem Armutsjahr besonders sensibel sein, erklärte Chalupka. Jedoch: "Da ist vieles nicht gelungen." Als Beispiel nannte er die Streichung der Familienbeihilfe für junge Arbeitslose: Diese seien zum Großteil Kinder mit Migrationshintergrund, hier werde Familien in einer ganz entscheidenden Phase Hilfe entzogen, sagte Chalupka. "Jugendliche und Familien werden hier in die Armut getrieben." Die Aussage "alle müssen den Gürtel enger schnallen" gehört laut Chalupka eigentlich verboten: "Das ist ungerecht."
Kritik an den angekündigten Einschnitten im Pflegebereich kam von der Lebenshilfe. "Besonders Menschen mit Behinderungen und von Armut betroffene Menschen brauchen Unterstützung: Deshalb soll der volle Zugang zur ersten und zweiten Pflegestufe erhalten bleiben", forderte Andreas Zehetner, Mitglied des Selbstvertretungsbeirates der Menschen mit Behinderungen in der Lebenshilfe.













