Österreichs Muslime beginnen demokratischen Wahlprozess
Auftakt in Kärnten: Rund 400.000 moslemische Mitbürger wählen religiöse und administrative Vertreter.

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Ein umfangreicher Prozess im Sinne der Aufklärung kommt im Umfeld der moslemischen Bürger in Österreich in die entscheidende Phase. Im April 2011 wird die demokratische Legitimierung der Vertreter dieser Gruppe abgeschlossen, wenn der oberste religiöse Führer (Mufti) und der administrative Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGG) gewählt werden.
Seit mehreren Monaten ist ein komplexer Prozess der Registrierung der rund 400.000 heimischen Muslime im Gange, die in mehr als 300 selbstständigen Gebets- und Moscheevereinen organisiert sind. Diese Vereine haben ihre Vorstände und Sprecher bereits zum Großteil nach demokratischen Regeln gewählt, so IGG-Sprecherin Carla Amina Baghajati gegenüber der Kleinen Zeitung. Heute gibt die Führung der IGG in Wien das weitere Prozedere dieses Prozesses bekannt.
Alle registrierten muslimischen Mitbürger wählen demnächst die Ausschussmitglieder der bundesländerweise organisierten Gremien. Den Auftakt machen am 21. November die Kärntner Muslime, die den "Ausschuss der Religionsgemeinschaft für Kärnten" küren. Den Abschluss dieses Prozesses bilden die Wahlen in Wien. Geplant ist, dass je 50 Stimmbürger einen Vertreter in so ein Ländergremium entsenden.
Die Spitzen dieser von der Basis gewählten Länderversammlungen bilden das bundesweite Gremium, welches die obersten österreichischen IGG-Vertreter wählt. So wird IGG-Präsident Anas Schakfeh, der sich eigentlich schon 2007 aus der aktiven Führung zurückziehen wollte, etwa Mitte 2011 den von ihm lang ersehnten Nachfolger der Öffentlichkeit präsentieren können. An der Seite des künftigen IGG-Chefs wird dann auch ein gewählter Mufti als oberster religiöser Führer der heimischen Muslime stehen. JOHANNES KÜBECK












