Genehmigte Demo russischer Regierungskritiker
Mit einem extremen Sicherheitsaufgebot haben in Moskau Regierungskritiker und Menschenrechtler am Sonntag erstmals an einer genehmigten Demonstration teilgenommen. Die Proteste am 31. eines Monats - als Verweis auf den Versammlungsrechts-Artikel 31 der russischen Verfassung - waren stets verboten und teils blutig unterbunden worden.
Zu Beginn dankte die Leiterin der Moskauer Helsinki-Gruppe, Ljudmila Alexejewa (83), den Behörden für ihr "umsichtiges Verhalten". Allerdings protestierten auf dem Triumph-Platz unerlaubt auch andere Oppositionelle, die Alexejewas Vereinbarung mit der Stadtverwaltung kritisierten. Hier kam es zu zahlreichen Festnahmen.
Unter den etwa 800 Teilnehmern der erlaubten Kundgebung waren auch der russische Menschenrechtsbeauftragter Wladimir Lukin sowie Präsidentenberater Michail Fedotow und der EU-Abgeordnete Werner Schulz von den deutschen Grünen. "Es ist ein kleiner Fortschritt, dass diese Demonstration erstmals genehmigt wurde", sagte der ehemalige DDR-Bürgerrechtler am Rande der Proteste laut Nachrichtenagenturen.
Dass sich andere Teile der russischen Opposition zeitgleich mit einer nicht erlaubten Kundgebung "profilieren" wollten, sei bedauerlich, sagte Schulz. Die Gegenveranstaltung war vom kremlkritischen Autor Eduard Limonow initiiert worden, den die Polizei festnahm.












