Tansania wählt Präsidenten und Parlament

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Zum ersten Mal seit der Unabhängigkeit vor fast 50 Jahren muss in Tansania die Regierungspartei CCM bei Präsidenten- und Parlamentswahlen um ihre Mehrheit bangen. Präsident Jakaya Kikwete lag zwar in den Umfragen voran, sein Vorsprung war allerdings nicht so deutlich wie früher. Eine Umfrage sah sogar seinen Herausforderer Wilbrod Slaa (Partei der Demokratie und Entwicklung) in Führung.
Bei der letzten Präsidentenwahl 2005 hatte Kikwete noch 80 Prozent der Stimmen erzielt. Schon um 05.00 Uhr in der Früh bildeten sich am Sonntag Schlangen vor den Wahllokalen, wie das staatliche Fernsehen berichtete. Über Probleme oder Unregelmäßigkeiten wurde nichts bekannt.
Die CCM regiert Tansania seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1961. Kikwete und seine Partei haben im Wahlkampf zugesichert, die Infrastruktur zu verbessern, ausländische Investitionen anzulocken und das Gesundheitssystem auszubauen. Der Präsident sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, dass unter seiner Regierung die Korruption zugenommen hat. Er wies das zurück.
Außerdem wurde am Sonntag im halbautonomen Teilstaat Sansibar gewählt - auch ein eigener Präsident. Dort war es in der Vergangenheit zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Parteien gekommen. Seit einem Referendum im August, bei dem sich eine Mehrheit der Wahlberechtigten für eine Koalitionsregierung aussprach, blieb es jedoch friedlich auf der Inselgruppe. Mit vorläufigen Ergebnissen der Abstimmungen wird am Mittwoch gerechnet.
Tansania gilt anders als seine Nachbarn Kenia, Uganda, Ruanda, Burundi oder die Demokratische Republik Kongo als politisch stabil und verzeichnet seit Jahren hohe Wachstumsraten von mehr als sieben Prozent. Das Land ist der größte Goldproduzent auf dem afrikanischen Kontinent und verfügt über Diamant- und Erdgasvorkommen. Dennoch beträgt das durchschnittliche Monatseinkommen nur rund 480 Dollar (345 Euro).












