Große Anspannung bei Wahlen in Bahrain

Foto © APA
Nach wochenlangen politischen Spannungen ist im arabischen Kleinstaat Bahrain am Samstag ein neues Parlament gewählt worden. In einigen Wahlbezirken, in denen sich Kandidaten der linken Waad-Partei und der schiitischen Opposition bewarben, war die Lage kritisch. Es gab auch einige Unregelmäßigkeiten. Zuvor waren schiitische Regierungsgegner unter Terrorverdacht verhaftet worden.
Einige Wähler fanden ihre Namen nicht auf den Wählerlisten und durften deshalb ihre Stimme nicht abgeben. Ein Sprecher der Wahlkommission sagte, die Nichtzulassungen von Wählern seien "isolierte Einzelfälle" gewesen. Die Schuld liege bei den Wählern, die es versäumt hätten, ihren Eintrag im Wählerregister rechtzeitig zu überprüfen. Erste Hochrechnungen wurden noch in der Nacht erwartet. Das offizielle Ergebnis wurde für Sonntag angekündigt. Internationale Wahlbeobachter wurden nicht zugelassen.
Die Wahl war im Land mit Spannung erwartet worden, nachdem die Staatsmacht in den vergangenen Wochen auch mehrere Publikationen der Opposition verboten hatte. Die Schiiten stellen die Bevölkerungsmehrheit in dem Königreich, das von einer sunnitischen Herrscherfamilie regiert wird. Die Wahl fand unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt.
Landesweit waren rund 318.000 Menschen wahlberechtigt. Zur Wahl standen diesmal landesweit 127 Kandidaten. Sie bewarben sich um 35 Sitze im Abgeordnetenhaus. 5 Mandate waren schon im Voraus vergeben worden, weil es in einigen Bezirken keine Gegenkandidaten gegeben hatte. Auf diesem Weg gelangt auch zum zweiten Mal eine Frau ins Parlament.
Anders als bei der Wahl vor vier Jahren hatten sich für diesen Urnengang auch zahlreiche liberale Geschäftsleute aufstellen lassen. Sie wollten verhindern, dass der Staat zunehmend von Islamisten dominiert wird.













