Offen homosexuelle Rekruten bei US-Armee möglich
Erstmals in der Geschichte der USA können sich auch offen homosexuelle Menschen bei den Streitkräften bewerben. Das Pentagon gab eine Anordnung heraus, wonach Musterungsoffiziere entsprechende Bewerbungen entgegennehmen müssen. Mindestens drei schwule Soldaten reagierten umgehend und meldeten sich wieder zum Dienst, nachdem sie wegen ihrer sexuellen Orientierung entlassen worden waren.
Hintergrund der Anordnung vom Dienstag ist die Entscheidung eines kalifornischen Bundesgerichts, das den Ausschluss von bekennenden Schwulen und Lesben aus den Streitkräften für verfassungswidrig erklärt hatte. Richterin Virginia Phillips entschied im September, das Militärgesetz "Don't ask, don't tell" (zu Deutsch: "Frage nicht, sage nichts") verstoße gegen das im ersten US-Verfassungszusatz garantierte Recht auf freie Meinungsäußerung.
Die US-Regierung setzte sich am Mittwoch bei einem Berufungsgericht dafür ein, Phillips' Entscheidung aus organisatorischen Gründen vorerst auf Eis zu legen, während dagegen noch ein Berufungsverfahren läuft. Die sofortige Umsetzung würde ein bedeutendes Problem für die Streitkräfte darstellen, hieß es zur Begründung. Eine angemessene Schulung und Anleitung mit Blick auf eine geänderte Politik werde "Zeit und Mühe brauchen".
Grundsätzlich unterstütze Washington zwar die Aufhebung der "Don't ask, don't tell"-Richtlinie. Die Gerichtsentscheidung hätte aber "gewaltige Unsicherheit" über den Status von Soldaten zur Folge, die sich im Vertrauen darauf möglicherweise zu ihrer sexuellen Orientierung bekennen, erklärte das Justizministerium am Mittwoch.
Die im Jahr 1993 verabschiedete Richtlinie sieht vor, dass Homosexuelle in den Streitkräften dienen dürfen, solange sie ihre sexuelle Orientierung für sich behalten. Im Gegenzug dürfen sie vom Militär nicht danach gefragt oder dafür bestraft werden.












