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Zuletzt aktualisiert: 19.10.2010 um 14:23 UhrKommentare

Blutbad in Büro von rechtskonservativer Partei

Mann erschoss Assistenten des Europaabgeordneten Janusz Wojciechowski und verletzte zweiten politischen Mitarbeiter schwer. Augenzeuge spricht von "Hass auf die Partei" von Ex-Premier Kaczynski.

Foto © APA

Ein 62-jähriger Mann hat am Dienstag ein Blutbad im Büro der rechtskonservativen polnischen Oppositionspartei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) in Lodz angerichtet. Der Mann schoss mit einer Pistole auf den Assistenten des Europaabgeordneten Janusz Wojciechowski und tötete ihn. Außerdem stach er mit einem Messer auf einen Mitarbeiter eines Parlamentsabgeordneten ein, der zurzeit im Krankenhaus um sein Leben ringt.

Messer

Den Attentäter habe offenbar "Hass auf die Partei" des Ex-Premiers Jaroslaw Kaczynski angetrieben, wie ein am Tatort anwesender PiS-Lokalpolitiker der Zeitung "Gazeta Wyborcza" erklärte. "Er hat gesagt, dass er Kaczynski umbringen will", so der Augenzeuge. Zunächst habe der Täter alle Patronen aus seiner Pistole abgeschossen und dann seinen Angriff mit dem Messer fortgesetzt. Die Polizei nahm den Täter fest, er verweigere jedoch eine Aussage, so ein Sprecher.

Noch unklar ist, warum der Mann nicht weitere Personen im PiS-Büro angriff. Der Portier des Gebäudes, der die Schüsse gehört hatte, alarmierte die neben dem Gebäude gelegene Feuerwehr. Sie fand nach Aussagen eines Mitarbeiters zwei schwer verletzte Personen vor, die in einer Blutlache am Boden lagen.

Der Europaabgeordnete Wojciechowski erklärte gegenüber Journalisten, er sei "schockiert" über die Tat. Sein verstorbener Assistent Marek Rosiak sei ein "gewissenhafter und verantwortungsvoller Mitarbeiter" gewesen. Parlamentspräsident Grzegorz Schetyna von der rechtsliberalen Regierungspartei "Bürgerplattform" (PO) sagte, es sei "etwas Schreckliches passiert". Die Politik müsse sich nun Gedanken darüber machen, wie man in Zukunft solchen Situationen vorbeugen könne, so Schetyna. Der Präsident des Europarlaments, der polnische PO-Politiker Jerzy Buzek, reagierte ebenfalls mit "Empörung" auf die Tat, wie die Nachrichtenagentur AFP meldete.

Quelle: APA

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