Med-Unis warnen vor Verfall des Gesundheitssystems

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Die Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck kündigen den Abbau von mindestens 450 Stellen - vor allem im ärztlichen Bereich - bis 2013 an, wenn die Regierung ihren Budgetkurs nicht ändert. Medizin-Uni-Innsbruck-Rektor Lochs kündigte an: "Wir werden Bereiche zusperren müssen." Med-Uni-Wien-Rektor Schütz warnte, dass Herzoperationspatienten künftig nach Deutschland fahren müssten.
"Die angedrohten Kürzungen sind mit einem Szenario verbunden, das wir uns nicht vorstellen können", so Medizin-Uni-Wien-Rektor Schütz. Die Grundlagenforschung und hier vor allem die klinische Forschung müsse praktisch sistiert werden, weil die verbleibenden Ärzte stärker in der Krankenversorgung tätig sein müssten. Neue Projekte wären keine mehr möglich, betonte Schütz. So drohe etwa das geplante Comprehensive Cancer Center "zusammenzubrechen".
Für Lochs bedeutet ein Beharren auf dem bisherigen Budgetkurs, "dass wir uns überlegen müssen, welche Gebiete bieten wir nur noch in Innsbruck, welche nur noch in Wien und welche nur noch in Graz an": "Wir müssen Forschungsgebiete einstellen." Für die Patienten bedeute das, dass man unter Umständen etwa für minimalintensive Herzoperationen nach Leipzig oder Berlin fahren müsse. Auch die Schlaganfallzentren könnten betroffen sein.
Die von der Politik an die Unis gerichtete Forderung nach stärkerer Einwerbung von Drittmitteln kann Lochs nicht nachvollziehen. Die Privatwirtschaft schaue sehr genau auf die Ausstattung der Unis: "Ist man nicht attraktiv, gibt es auch keine Mittel der Industrie."
Ärztekammer-Chef Dorner warnte vor "katastrophalen Auswirkungen auf die Bevölkerung". "Einem Bettler noch das letzte Stück Brot wegzunehmen, ist so ziemlich das ungerechteste", so Dorner. Es gebe schon jetzt Fächer wie die Anästhesie, die Innere Medizin und die Chirurgie, in denen es "Mangelerscheinungen" gebe. Talentierte Wissenschafter und Ärzte würden bei der derzeitigen Situation nun zusätzlich ins Ausland abwandern.












