Großdemonstration für Beschäftigung in Rom

Foto © APA
Eine Großdemonstration der Metaller-Gewerkschaft FIOM für Beschäftigung und Demokratie hat Rom am Samstag zum Erliegen gebracht. Zehntausende Menschen - die Veranstalter sprachen von 300.000, die Polizei von 80.000 - beteiligten sich an der Kundgebung gegen den wirtschaftspolitischen Kurs der Regierung Berlusconi. 70 Busse aus ganz Italien und sieben Sonderzüge brachten die Demonstranten nach Rom.
Auch Studenten und Arbeitnehmer aus anderen Branchen nahmen an der Kundgebung teil. Zwei verschiedene Demonstrationszüge starteten vom Stadtzentrum und zogen bis zur Piazza San Giovanni vor der Lateranbasilika.
"Wir demonstrieren für Beschäftigung und Demokratie und verlangen Respekt für die Kollektivverträge", betonte der Generalsekretär der FIOM, Maurizio Landini. Eine scharfe Attacke richtete der Generalsekretär des stärksten italienischen Gewerkschaftsverbandes CGIL, Guglielmo Epifani, gegen die Regierung. "Italien rollt in den Abgrund. Das Land ist sich selbst überlassen worden. Ein Wechsel in der wirtschaftspolitischen Strategie ist dringend notwendig, um Italien zu retten", so Epifani. Demnächst werde die CGIL einen Generalstreik gegen die Regierung Berlusconi ausrufen.
Die Kundgebung verlief reibungslos, obwohl der italienische Innenminister Maroni im Vorfeld vor Infiltrationen gewalttätiger Gruppen gewarnt hatte. Laut Geheimdienst-Informationen wollten sich anarchistische Gruppen unter die Demonstranten mischen. Gewerkschaftschef Epifani hatte daraufhin an die Demonstranten appelliert, gewalttätige Gruppen zu isolieren. Hintergrund sind Proteste linksradikaler Arbeitnehmergruppen gegen die gemäßigteren Gewerkschaften.












