Sechste Nachkriegswahlen in Bosnien-Herzegowina

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Eine klare Niederlage, zwei erwartete große Siege und ein politischer "Shooting-Star" sind die ersten bekannten Ergebnisse der sechsten Nachkriegswahlen in Bosnien-Herzegowina. Eine Niederlage musste das bisherige bosniakische (muslimische) Mitglied des Staatspräsidiums, Haris Silajdzic, einstecken. Sein bisheriges Amt wird künftig von Bakir Izetbegovic ausgeübt werden.
Der 53-jährige Wahlsieger, Sohn des verstorbenen früheren Präsidenten Bosniens und Gründers der Partei der Demokratischen Aktion (SDA), Alija Izetbegovic, zeigte sich in ersten Reaktionen zu Kompromissen bereit. Er kündigte eine "realistische, bosnische Politik" und die Bereitschaft an, die Beziehungen in der Region zu verbessern.
Den erwarteten großen Sieg hat in dem kleinen bosnisch-serbischen Landesteil der bisherige Premier Milorad Dodik verbucht. Den noch inoffiziellen Wahlergebnissen zufolge hatte sich der Chef des Bundes der Unabhängigen Sozialdemokraten (SNSD) als Präsidentschaftskandidat in der Republika Srpska am Sonntag sogar 68 Prozent der Stimmen gesichert. Als serbisches Mitglied des Staatspräsidiums wird den vorläufigen Wahlergebnissen zufolge künftig auch der SNSD-Spitzenfunktionär Nebojsa Radmanovic fungieren.
Als neuer Akteur auf der politischen Szene im größeren bosnischen Landesteil hat sich der Medienboss Fahrudin Radoncic erwiesen. Dem 53-jährigen Chef der Tageszeitung "Dnevni avaz" und Gründer des vor wenigen Monaten gebildeten "Bundes für eine bessere Zukunft" (SBB) war es am Sonntag gelungen, sich mit knapp 31 Prozent der Stimmen den zweiten Rang bei der Wahl für das bosniakisches Mitglied des Staatspräsidiums hinter Izetbegovic mit etwa 35 Prozent der Stimmen zu sichern. Das kroatische Staatspräsidiumsmitglied Zeljko Komsic, der Kandidat der Sozialdemokratischen Partei (SDP), wurde am Sonntag überzeugend wieder gewählt.












