Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 24. Juli 2014 06:02 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Zyperngespräche werden fortgesetzt "Wir haben die Boeing irrtümlich abgeschossen" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Politik Nächster Artikel Zyperngespräche werden fortgesetzt "Wir haben die Boeing irrtümlich abgeschossen"
    Zuletzt aktualisiert: 04.10.2010 um 14:40 UhrKommentare

    Favoritin bei Brasiliens Präsidentenwahl ausgebremst

    Bei der Präsidentenwahl in Brasilien hat die Linkspolitikerin Dilma Rousseff überraschend einen Dämpfer erhalten. Sie muss sich nun Ende Oktober einer Stichwahl stellen.

    Dilma Rousseff

    Foto © APADilma Rousseff

    Die Wunschnachfolgerin von Amtsinhaber Luiz Inacio Lula da Silva verpasste am Sonntag entgegen zahlreicher Prognosen einen Sieg in der ersten Runde. Die 62-jährige Ex-Guerillera muss sich nun Ende Oktober einer Stichwahl stellen, bei der sie allerdings als Favoritin gilt. "Wir sind Kämpfer und wir sind Herausforderungen gewohnt", rief Rousseff sichtlich enttäuscht ihren Anhängern in der Hauptstadt Brasilia zu. "Wir schlagen uns immer gut in zweiten Runden."

    Rousseff kam auf 46,9 Prozent der gültigen Stimmen, wie die Wahlbehörde mitteilte. Der konservative Oppositionskandidat Jose Serra erhielt 32,6 Prozent. Unerwartet stark schnitt an dritter Stelle die ehemalige Umweltministerin und Grünen-Politikerin Marina Silva mit 19,3 Prozent ab. Damit treten in der Stichwahl Rousseff und Serra gegeneinander an, wobei Silva die Rolle der Königsmacherin übernehmen könnten. Silva erklärte, sie wolle zunächst mit ihrer Partei beraten, bevor sie eine Wahlempfehlung ausspreche.

    Ziehvater Lula

    Der in der Bevölkerung äußerst beliebte Staatschef Lula durfte nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal antreten. Im Wahlkampf hatte Rousseff vor allem von der beispiellosen Popularität ihres politischen Ziehvaters profitiert: Der frühere Gewerkschaftsführer Lula hat in den vergangenen acht Jahren mit einer marktwirtschaftlich orientierten Politik Brasilien sagenhafte Wachstumsraten von zuletzt über acht Prozent beschert und Millionen von Arbeitsplätzen geschaffen. Zudem hat Lula mit Sozialprogrammen 20 Millionen Bürger aus der Armut befreit und die Mittelschicht gestärkt.

    Seine frühere Energieministerin und spätere Kabinettschefin Rousseff hat angekündigt, den gemäßigten Linkskurs fortzusetzen und die Rolle des Staates in Schlüsselbranchen wie dem Ölsektor zu stärken. Sollte sie die Stichwahl am 31. Oktober für sich entscheiden, wäre sie die erste Präsidentin des bevölkerungsreichsten Landes in Lateinamerika.

    Den Umfragen zufolge war die Stimmung bei einigen Wählern erst im letzten Moment gegen Rousseff gekippt. Ausschlaggebend waren kürzlich erhobene Korruptionsvorwürfe, die sich auch gegen einen früheren Berater der Politikerin richteten. Außerdem fuhren evangelikale Christen eine Kampagne gegen Rousseff. Sie riefen dazu auf, keinen Kandidaten ihrer Arbeiterpartei zu wählen, denn diese billigten Homosexualität und seien für Abtreibung. Die Zahl der Evangelikalen, der besonders bibeltreuen Protestanten, wächst in dem überwiegend katholischen Land. Sie haben in großer Zahl für die Grünenpolitikerin Silva gestimmt, die selbst eine evangelikale Christin ist. Dies ging offenkundig auf Kosten Rousseffs.

    Wesentliche Änderungen in der Politik werden weder von Rousseffs noch von Serra erwartet. Ihr konservativer Rivale versprach eine zentristische, wirtschaftsfreundliche Regierung. Aber auch er steht für eine starke Präsenz des Staates in Schlüsselbereichen der Wirtschaft.


    Grafik

    Grafik © APA

    Grafik vergrößernWahl in BrasilienGrafik © APA

    Mehr Politik

    Mehr aus dem Web

      KLEINE.tv

      Drei Musiker komponieren eine neue Hymne

      Was eine Hymne braucht, wissen wir aus einer Straßenumfrage, deshalb hab...Noch nicht bewertet

       

      Politik im Bild

      Ein Land trauert um die Opfer des Flugs MH17 

      Ein Land trauert um die Opfer des Flugs MH17

       

      100 Jahre Erster Weltkrieg

      Eine Reise an Orte, die bis heute vom Krieg gezeichnet sind. Elf illustrierte Reportagen auf 285 Seiten. Das neue Buch der Kleinen Zeitung ist ab sofort im Online-Shop erhältlich.

       


      Steirische Strukturreform

      APA

      Die Landesspitze baut die Gemeindestruktur massiv um. Im Jahr 2015 soll es von den derzeit 539 nur mehr 285 Gemeinden geben.

      Griechenland in der Krise



      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!