London will noch härter sparen
Im hoch verschuldeten Großbritannien sollen die Bürger nach dem Willen der liberal-konservativen Regierung den Gürtel noch enger als geplant schnallen. Finanz-Staatssekretär Danny Alexander kündigte Kürzungen im Sozialetat an, die über die bereits beschlossenen umgerechnet 12,8 Mrd. Euro hinausgehen. Konkrete Zahlen nannte er am Rande des Parteitags der Liberal-Demokraten in Liverpool nicht.
Kürzungen dieses Einzeletats würden den Spardruck auf andere Ressorts mindern, sagte der Liberale. Die britische Regierung will ihre Konsolidierungspläne im Oktober verkünden. Nahezu jedem Ressort drohen Kürzungen um etwa 25 Prozent. Bei den Sozialausgaben könne der Rotstift kräftig angesetzt werden, sagte Alexander. "Das ist der Bereich, wo zusätzliche Kürzungen möglich sind."
Finanzminister Osborne hatte im Juni die Minderausgaben von elf Milliarden Pfund angekündigt. Auch er hatte Anfang des Monats bereits von weiteren Kürzungen gesprochen. Nach Informationen der BBC sind vier Milliarden Pfund im Gespräch. Das britische Staatsdefizit beläuft sich auf elf Prozent des Bruttoinlandsprodukt, und die Regierung will es binnen fünf Jahren auf null senken.
Den Gewerkschaften gehen die Kürzungspläne zu weit. Sie haben die Regierung aufgefordert, das Vorhaben zu überdenken. Alexander kündigte ein Festhalten am Konsolidierungskurs an. "Diese Entscheidungen sind unvermeidbar." Die Regierung müsse im Interesse von Wachstum und Wohlstand handeln












