Japans Regierungschef Kan siegte bei interner Wahl
Den Japanern bleibt ein erneuter Wechsel an der Regierungsspitze erspart. Ministerpräsident Naoto Kan wurde von seiner Partei DPJ am Dienstag erneut zum Vorsitzenden gewählt und bleibt damit Regierungschef.

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Er setzte sich mit einer überraschenden deutlichen Mehrheit von 721 zu 491 Stimmen gegen seinen Herausforderer, den Politveteran Ichiro Ozawa, durch. Zwei Drittel der abgegebenen Stimmen stammten von den 411 Parlamentsmitgliedern der DPJ, das übrige Drittel von Parteifunktionären im ganzen Land.
Kan ist erst seit drei Monaten im Amt. Er ist schon der zweite Ministerpräsident binnen einem Jahr und der fünfte in nur vier Jahren. In der Öffentlichkeit ist der 63-Jährige deutlich populärer als der schroffe, fünf Jahre ältere Ozawa. Der Politveteran, der auf eine 40-jährige politische Karriere zurückblicken kann, galt schon des öfteren als potenzieller Ministerpräsident. Allerdings stolperte er zuletzt über einen Finanzskandal. Ihm droht deswegen eine Anklage.
Beide Rivalen hatten sich für eine Wiederbelebung der lahmenden japanischen Konjunktur ausgesprochen. Während Kan, ein früherer Finanzminister, sich für die Schaffung neuer Arbeitsplätze bei strikter Ausgaben- und Haushaltsdisziplin einsetzte, forderte Ozawa staatliche Konjunkturimpulse. Außerdem schlug er Interventionen auf dem Devisenmarkt vor, um den jüngsten Höhenflug des Yens zu beenden, der die Ausfuhren verteuert. Die japanische Währung erreichte nach Bekanntgabe von Kans Wahlsieg einen neuen Höchststand.












