Alpenregionen werden eine Marke
Schulterschluss der Alpenregionen: Künftig wollen die europäischen Alpenländer als gemeinsame Marke "Alpen" um Touristen werben. 17 Regionen nehmen an der Tourismus-Offensive teil.

Foto © APANeugierig schaut diese Kuh in Alpbach/Tirol in die Kamera
Die Konkurrenz lauert weltweit. Nicht Alpbach, Algund oder Annenheim lautet die Urlaubsfrage der Zukunft, sondern Anden, Alpen oder Acapulco. Der Alpenurlaub, einstmals schick und den mobilen Wohlhabenden vorbehalten, hat seine besten Zeiten schon gesehen. Die Alpen, ein unterschätzter Koloss.
Doch ein kräftiger Rückenwind lässt in den Alpenregionen Europas wieder neues Selbstbewusstsein keimen. Immerhin warten die Alpenländer mit 500 Millionen Nächtigungen und fast einer Million Gästebetten auf. Sichtbares Zeichen ist das erste Gipfeltreffen der Tourismusminister der Alpenländer in Innsbruck unter dem Titel "The Alps", das am Montag gestartet worden ist. Ein bemerkenswerter Schulterschluss der politischen Tourismusvertreter aus Österreich, Südtirol, Italien, Bayern, der Schweiz und Liechtenstein - insgesamt 17 Regionen.
"Das ist eine richtungsweisende Antwort auf den schärfer werdenden weltweiten Wettbewerb der Tourismusdestinationen. Es ist unser Ziel, den Marktanteil der Alpen im internationalen Wettbewerb zu erhöhen", betont Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und fügt hinzu: "Alle Regionen können davon profitieren". Zudem fügt sich der Alpentourismus nahtlos in die österreichische Tourismusstrategie. "Neben den Bereichen Städte, Donauraum und Seen, zählen die Alpen zu unseren Alleinstellungsmerkmalen", freut sich die Chefin der Österreichwerbung, Petra Stolba, über die grenzüberschreitende Unterstützung.
Das Ansinnen, dem Alpenstock mehr Drive zu verleihen, unterstützt auch die EU. Der Generaldirektor für Unternehmen und Industrie der Europäischen Kommission, Heinz Zourek, sprach von einem Mehrwert, der durch die Gesamtpositionierung des europäischen Tourismus entsteht. "Der Tourismus macht fünf Prozent der Wertschöpfung in der EU aus, neun Millionen Arbeitsplätze und zwei Millionen Betriebe hängen daran."
Um den schönen Worten auch Taten folgen zu lassen, unterzeichneten die 17 Tourismusverantwortlichen das "Innsbrucker Manifest". Im Juni nächsten Jahres soll in Innsbruck eine Messe (The Alps) veranstaltet werden, wo die Alpenregionen ihre Angebote präsentieren werden. Im gemeinsamen Marketing wollen die Alpenländer auf den Kernmärkten Europas, wie auch in Übersee, starke Impulse setzen.
Wie diese Zusammenarbeit funktionieren soll, wenn schon die einzelnen Destinationen österreichweit ihre eigene Suppe kochen? "Der Wettbewerb wird uns dazu zwingen" glaubt der Manager der Tirolwerbung, Joe Margreiter.
Thomas Reisenzahn, Chef der Österreichischen Hoteliersvereinigung, setzt alle Hoffnungen auf die Kooperation: "Vielleicht ringt man sich zu einer gemeinsamen Ferienordnung durch."
Features
Innsbrucker Manifest
In den Mittelpunkt soll der unverwechselbare Charakter der Alpen gestellt werden.Tourismus und Landwirtschaft sollen in diesem einzigartigen Naturraum "untrennbare Geschwister" darstellen. Die Alpen sollen zu Europas Jungbrunnen werden.












