ETA schreibt weiter Erpresserbriefe
Mit Skepsis hat die spanische Regierung auf die von der baskischen Terrorgruppe ETA am Wochenende angekündigte Waffenruhe reagiert. Möglicherweise mit Recht, wie die im spanischen Baskenland erscheinende Zeitung "El Diario Vasco" berichtete. Obwohl die ETA seit Monaten dabei war, einen "demokratischen Prozess" in Gang zu bringen, wurden noch im August Erpresserbriefe an Unternehmer verschickt.
Dem Bericht zufolge soll die ETA dabei "Schutzgelder" von bis zu 400.000 Euro gefordert haben. Die Gelder, die einen erheblichen Teil zur Finanzierung der ETA beitragen, werden im Jargon der Separatisten als "Revolutionssteuer" oder "Beitrag zur Befreiung des Baskenlands" bezeichnet.
Allerdings weigern sich laut Angaben der Polizei immer mehr Wirtschaftsreibenden trotz Gewaltandrohungen die Zahlungen auch wirklich zu leisten. Bereits bei vergangenen Waffenruhen war kritisiert worden, dass die ETA weiterhin "Revolutionsgelder" eintrieb. Damit sei die Terrororganisation "unglaubwürdig" geworden.
Die ETA kämpft seit Jahrzehnten gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes im Norden von Spanien und im Süden Frankreichs, sie hat in ihrem Unabhängigkeitskampf seit 1968 fast 830 Menschen getötet. Ihren bisher letzten Anschlag in Spanien verübte die ETA Ende Juli 2009. Bei dem Bombenanschlag auf der Ferieninsel Mallorca wurden zwei Polizisten getötet.












