Muzicant für mehr Moscheen - aber ohne Minarette

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Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), Ariel Muzicant, fordert mehr Moscheen - allerdings ohne Minarette. Im APA-Interview fragt er sich: "Wo steht geschrieben, dass Bethaus-Architektur "importiert" sein muss?" Zudem fordert er eine "respektvolle Islam-Diskussion". Den Zuzug von jährlich 500 bis 1.000 Juden nach Österreich will die IKG nach der Wien-Wahl verhandeln.
"Ich finde, überall dort, wo Menschen für Bethäuser einen Bedarf haben, sollte es Bethäuser geben", gesteht Muzicant den Muslimen durchaus mehr Moscheen zu. "Nur müssen die Menschen dafür sorgen, dass diese Bethäuser gebaut werden. Das hat zwei Konsequenzen: Erstens müssen sie das Geld aufbringen und zweitens müssen sie dafür sorgen, dass sie Bethäuser bauen, die in das Land passen, wo sie gebaut werden."
"Bethäuser sind Bethäuser, sie müssen die religiösen Grundlagen einer Religionsgemeinschaft erfüllen", meint Muzicant. Aber: "Für Minarette ist im Zeitalter des Handys und des SMS kein Bedarf." Es müsse auch möglich sein, muslimische Architekten zu finden, die eine eigene mitteleuropäische Moschee-Architektur entwickeln . Sonst müsse man sich den Vorwurf gefallen lassen, aus Saudi-Arabien oder Istanbul "fremdgesteuert" zu sein.
Der Islamischen Gemeinde empfiehlt Muzicant eine vernünftige, respektvolle Diskussion, wie sich der Islam in Österreich weiterentwickelt. "Was derzeit abläuft, wird immer wieder zu Konflikten führen." Muzicant verlang weiterhin ein Integrations-Staatssekretariat und sieht in der Deutsch-Pflicht vor der Zuwanderung nur "eine Komponente" vieler notwendiger Maßnahmen.
Der IKG-Präsident empfiehlt zudem einen Neubau für das Jüdische Museum in der Bundeshauptstadt. Er schlug vor, den jetzigen Standort in der Dorotheergasse zu verkaufen und um dasselbe Geld einen Neubau am Morzinplatz zu errichten.
Im Interview kündigte Muzicant nach 40 Jahren in verschiedensten IKG-Funktionen seinen Rückzug als Präsident für 2012 an.












