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Zuletzt aktualisiert: 06.09.2010 um 15:28 UhrKommentare

Rektoren: Regierung muss Uni-Finanzierung lösen

Zurückhaltend zeigte sich der Vorsitzende der Universitätenkonferenz, Hans Sünkel, zum neuen Studiengebühren-Vorschlag von Wissenschaftsministerin Karl und fordert von der Regierung eine Lösung der Frage der Uni-Finanzierung.

Foto © APA

Karls Vorschlag sei "eines von sehr vielen Modellen, die an Unis weltweit realisiert werden". Es habe aber "keinen Sinn über das Wie und die Modalitäten zu diskutieren, solange sich die Koalitionsparteien in der Frage der Uni-Finanzierung gegenseitig blockieren. Da geht es nicht nur um Studiengebühren, sondern auch um die Zugangsregelungen", sagte Sünkel am Montag gegenüber der APA.

Es sei schon länger bekannt, dass die Unis seit geraumer Zeit dramatisch unterfinanziert seien und diese Situation nicht mehr länger in die Zukunft getragen werden könne. Die uniko, deren Präsidium heute, Montag, tagte, betrachtet diese Situation und die Perspektiven für die nächsten Jahre "mit wirklich erheblicher Sorge". Es sei "Aufgabe der Wissenschaftsministerin, gegenüber der Regierungsspitze die notwendigen Mittel für die Unis und damit die Zukunft des Landes einzufordern", sagte Sünkel.

Konkrete Maßnahmen erforderlich

Nach Ansicht der Rektoren ist der Regierungsspitze "die erhebliche Dramatik der Situation, in die die Unis mehr und mehr hineinschlittern, offensichtlich noch immer nicht bewusst". Sie fordern konkrete Maßnahmen, die letztlich in Budgetverhandlungen zwischen Wissenschaftsministerin und Finanzminister einfließen.

Voraussetzung, dass Karls neue Studiengebühren-Idee verwirklicht werde, sei "selbstverständlich, dass sich die Regierung in dieser Frage einigt" und "den Fehler vom 24. September 2008" (die Abschaffung der Studiengebühren, Anm.) korrigiert. "Wenn die politischen Parteien Weitblick haben, müssten sie zum Schluss kommen, dass die Abschaffung vor zwei Jahren nicht der Weisheit letzter Schluss war und wir im Gleichklang mit anderen Staaten vorgehen müssen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten", so Sünkel.

Konkret zum Vorschlag Karls, die Studenten für einzelne Lehrveranstaltungen zahlen lassen möchte, meinte Sünkel, dass dadurch der Administrationsaufwand steigen würde. Das sei unbestritten, "und das gibt auch die Ministerin zu". Die heftigen Gegenreaktionen auf den neuen Karl-Vorstoß stimmen den Rektorenchef allerdings nicht sehr hoffnungsfroh, er ortet darin "wieder ein Blockieren von Anbeginn an".

"Ewiggestrige Ideen"

Zustimmung für Karls Vorschlag kam am Montag von der Industriellenvereinigung und dem VP-Arbeitnehmerbund ÖAAB. "An einem angemessenen Beitrag der Studierenden werden wir mittel- und langfristig nicht vorbeikommen, wenn wir Qualität und finanzielle Ausstattung unserer Universitäten gewährleisten wollen", so IV-Generalsekretär Markus Beyrer. Zusätzlich seien Studiengebühren ein Mittel zur Lenkung der Studentenströme weg von Massenstudien hin zu jenen Fächern, in denen die Wirtschaft dringend Fachkräfte benötige. Für den ÖAAB entspricht Karls Vorschlag seinem "Verständnis von Chancen, Leistung und Solidarität", so Generalsekretär Lukas Mandl.

"Untragbar" ist unterdessen aus Sicht der GPA-djp-Jugend Karls Plan, die Studiengebühren wieder einzuführen. "Wir erwarten von der Ministerin, dass sie sich um eine nachhaltige Finanzierung der Universitäten bemüht statt solche ewiggestrige Ideen aufzuwärmen."


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