Kabinettssitzung in der Wüste Gobi
Die mongolische Regierung hat ein Zeichen gegen die Erderwärmung gesetzt. Sie traf sich unter der gleißenden Sonne der Wüste Gobi zu einer Kabinettssitzung. In Anzug und Krawatte saßen und schwitzten die zwölf Minister im Wüstensand rund 670 Kilometer südlich der Hauptstadt Ulan-Bator zwischen den Dünen des Gaschuunii-Chooloi-Tals.
"Die Mongolei spürt die Folgen des weltweiten Klimawandels", sagte Ministerpräsident Batbold Suchbaatar. Die Klimaerwärmung sei dafür verantwortlich, dass weniger Regen falle. Durch die gestiegenen Temperaturen versiegten etliche Flüsse und Quellen. Dürren seien die Folge und eine Ausdehnung der Wüste. Nun hofft die Regierung auf Beschlüsse der Delegierten beim nächsten Klimagipfel im November im mexikanischen Cancun, die den Problemen der von Versteppung bedrohten Binnenentwicklungsländer Rechnung trägt.
Der außergewöhnliche Tagungsort diente auch dazu, das Ausmaß des Problems zu demonstrieren. Vor wenigen Jahren wurden Teile des Tals noch bewirtschaftet. "Vor fünf Jahren sind hier noch zahlreiche essbare Pflanzen gewachsen und es gab weniger Sanddünen", sagte ein Minister der Provinz Süd-Gobi, Badarsch, der wie etliche Mongolen nur einen Namen führt. "Nun ist das Tal vollständig mit Sand bedeckt. Die Dünen wandern weiter und bedecken jedes Jahr mehr Land."
Umwelt- und Tourismusminister Gansuch Luumed sieht die Lebensgrundlage der mongolischen Nomaden bedroht. "Der globale Klimawandel beschleunigt die Wüstenbildung in der Mongolei", sagte er. Aktuell seien 70 Prozent des Landes davon bedroht.













