Früherer Pfarrer wegen Vergewaltigung angeklagt
In Deutschland ist ein früherer katholischer Pfarrer wegen Vergewaltigung angeklagt worden. Dem heute 50-Jährigen wird vorgeworfen, 1990 in der Gemeinde Haren im Emsland (deutsches Bundesland Niedersachsen) ein damals 14 Jahre altes Mädchen zweimal vergewaltigt zu haben, wie die Staatsanwaltschaft laut Kathpress am Dienstag in Osnabrück mitteilte.
Der Beschuldigte räumte sexuelle Kontakte zu dem Mädchen ein, doch seien diese einvernehmlich erfolgt, so die Staatsanwaltschaft. Die Anklage ist zur Jugendschutzkammer des Landgerichtes Osnabrück erhoben worden. Diese habe noch nicht über Zulassung der Anklage entschieden und noch keinen Hauptverhandlungstermin anberaumt.
Die Diözese Osnabrück hat den Geistlichen schon nach Bekanntwerden der Vorwürfe von allen Aufgaben entpflichtet und will einem Sprecher zufolge "nach Kräften zur Klärung des Falls beitragen", etwa durch die Übergabe von Gesprächsprotokollen oder die Benennung von Zeugen. Im parallel laufenden kirchlichen Ermittlungsverfahren laufen derzeit noch Voruntersuchungen. Die Akten sollen in einigen Wochen an die zuständige vatikanische Glaubenskongregation weitergeleitet werden. Dem 50-Jährigen droht eine Entfernung aus dem Priesterstand.
Laut Staatsanwaltschaft ist noch ein weiteres Verfahren gegen den Beschuldigten wegen ähnlicher Vergehen im Jahr 1995 gegen eine damals 23-jährige Frau anhängig. Insgesamt liegen der Diözese derzeit 28 Hinweise auf sexuellen Missbrauch durch 21 Geistliche vor, die bis in die 1950er Jahre zurückgehen. Die meisten Beschuldigten seien bereits verstorben, die Mehrzahl der Vorwürfe sei verjährt.













