Frankreich weist erste Roma aus
Die ersten 79 Roma müssen am Donnerstag Frankreich verlassen - "freiwillig", wie behauptet wird. Erwachsene werden mit 300, Kinder mit 100 Euro abgefertigt. Heftige Kritik kommt aus Rumänien.

Foto © Reuters Hundert Euro gibt's, damit Roma-Kinder nach Rumänien auswandern.
Nach der Räumung von mehreren Dutzend Romalagern steht am Donnerstag in Frankreich die erste Ausweisung von zunächst 79 Betroffenen bevor. Die Gruppe soll nach Medienberichten nach Rumänien geflogen werden. Sie verlässt Frankreich nach Regierungsangaben "auf freiwilliger Basis", nachdem jedem der Ausreisenden 300 Euro pro Person sowie 100 Euro für jedes minderjährige Kind gezahlt wurden.
Roma zurück "in die Heimat"
Innenminister Brice Hortefeux hatte angekündigt, dass bis Monatsende 700 Roma "in ihre Heimat" nach Rumänien und Bulgarien zurückgeflogen werden sollen. Die Aktion ist auf Kritik im In- und Ausland gestoßen. In Rumänien warnte Außenminister Teodor Baconschi Paris davor, Roma nicht "kollektiv" und "aufgrund ethnischer Kriterien" auszuweisen. Dies verletze EU-Gesetze zur Bewegungsfreiheit und laufe der "strategischen Partnerschaft" zwischen Rumänien und Frankreich zuwider. Eine Ausweisung dürfte nur nach individueller Prüfung jedes Einzelfalls erfolgen. Am 30. August sollen zwei Außen-Staatssekretäre zu offiziellen Gesprächen nach Paris reisen.
Die in Frankreich lebenden Roma stammen meist aus Rumänien oder Bulgarien. Sie reisen als EU-Bürger ungehindert ein, können aber abgeschoben werden, wenn sie straffällig werden.













