Massengrab mit 600 Opfern in Serbien entdeckt
In der zentralserbischen Stadt Kragujevac ist ein Massengrab mit mehr als 600 Opfern des ehemaligen kommunistischen Regimes entdeckt worden, berichtete die Tageszeitung "Blic" am Montag. Bei den Opfern handle es sich um Personen, die nach der Befreiung der Stadt 1944 durch Partisanen des damaligen Kommunistenführers und späteren jugoslawischen Staatschefs Tito ermordet wurden.
Die nach Kriegsende ermordeten Personen seien zunächst auf dem Grund des Waffen- und Automobilunternehmens der Militärtechnischen Anstalt beerdigt worden, schreibt das Blatt unter Berufung auf Dokumente des Geheimdienstes. Zwischen den 50er und den 90er Jahren habe aber eine geheime, etappenweise Verlegung der Leichen in ein Grab des städtischen Friedhofs stattgefunden. Dort befanden sich wiederum schon die Überreste von mehr als 100 Partisanen.
Die einstige Militärtechnische Anstalt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in "Zastava" umgetauft. Vor zwei Jahren erwarb ihn der italienische Autobauer Fiat. Die serbische Regierung hatte im April Geheimdokumente zur Erleichterung der Suche nach Opfern des kommunistischen Regimes unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg freigegeben. Dies dürfte auch zur Entdeckung der gemeinsamen Grabstelle auf dem Friedhof in Kragujevac beigetragen haben.
Nun habe die Stadtverwaltung von Kragujevac vor, ein "Denkmal der Versöhnung" am Ort des Massengrabes zu errichten, da sowohl Partisanen als auch Opfer des kommunistischen Regimes dort gemeinsam ruhten. Zwischen 1944 und 1946 wurden in Jugoslawien laut Schätzungen zwischen 60.000 und 80.000 Menschen ohne Gerichtsurteil erschossen.












