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    Zuletzt aktualisiert: 16.08.2010 um 12:07 UhrKommentare

    Ankläger legen Berufung im Rote-Khmer-Prozess ein

    Foto © APA

    Der Folterchef des Rote-Khmer-Regimes in Kambodscha ist im Völkermordprozess in Phnom Penh nach Auffassung der Ankläger mit einer zu milden Strafe davongekommen. Drei Wochen nach dem Urteilsspruch kündigten sie am Montag Berufung an. Der Chef des größten Foltergefängnisses Tuol Sleng, Kaing Guek Eav, alias "Duch", war wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 35 Jahren Haft verurteilt worden.

    Nach der bereits abgesessenen Untersuchungshaft reduziert sich die Strafe auf noch 19 Jahre. Das Urteil habe die Schwere der Verbrechen und die Tatsache, dass Duch williger Teil des Regimes war, nicht ausreichend berücksichtigt, sagte Staatsanwalt Andrew Cayley. Die Verteidigung hatte auch Berufung angekündigt. Duch verlangt seine Freilassung.

    Er ist als erste Schlüsselfigur des von China unterstützten und Anfang 1979 durch eine vietnamesische Militärintervention entmachteten Terrorregimes zur Rechenschaft gezogen worden. In dem achtmonatigen Prozess hatte er sich als kleines Rädchen im Getriebe darzustellen versucht. In dem von ihm geleiteten Foltergefängnis Tuol Sleng waren bis zu 16.000 Männer, Frauen und Kinder zu Tode gequält wurden.

    Das aus 17 kambodschanischen und 13 von den Vereinten Nationen gestellten ausländischen Juristen bestehende Sondertribunal, das großteils von Japan finanziert wird, hatte erst 2006 nach fast zehnjährigen Verhandlungen die Arbeit aufnehmen können. Ihm sind enge Grenzen gesteckt, andernfalls wäre die UNO-Unterstützung am Veto Chinas im Weltsicherheitsrat gescheitert. Auf ihren Prozess warten noch Nuon Chea, der einstige Chefideologe, Ex-Präsident Khieu Samphan, der ehemalige Außenminister Ieng Sary und dessen Frau Ieng Tirith, die als Sozialministerin fungierte. Gegen sie wurde Anklage wegen Völkermordes erhoben.

    Quelle: APA

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