Wifo fordert mehr Sachtransfers
Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) hat am Montag im Zusammenhang mit Familienleistungen mehr Sachtransfers, eine Steigerung der Frauenerwerbstätigkeit und eine Vereinfachung des Systems gefordert. Einmal mehr empfahl das Institut etwa einen Ausbau der Kinderbetreuung. Das Familienpaket könne dem Ungleichgewicht zwischen monetären und realen Transfers nicht entgegenwirken.
Einige Maßnahmen wie die Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten begünstigten außerdem tendenziell höhere Einkommensschichten. Die Familienleistungen in Österreich seien 2005 mit rund 2,9 Prozent des BIP im internationalen Vergleich relativ hoch gewesen, so das Wifo in einer Aussendung. Monetäre direkte und indirekte Transfers würden deutlich gegenüber den Realtransfers überwiegen.
Das Familienpaket im Rahmen der Steuerreform 2009 mit einem Volumen von rund 510 Mio. Euro pro Jahr könne dem bestehenden Ungleichgewicht zwischen Geld- und Sachleistungen nicht entgegenwirken, stellte das Wifo fest. Die Einführung neuer Instrumente, besonders im Bereich der monetären Transfers, erhöhe überdies "die bereits erhebliche Komplexität" des Systems.
Das Paket lege einen Schwerpunkt auf die Förderung der Frauenerwerbstätigkeit, vor allem durch den Arbeitgeberzuschuss zur Kinderbetreuung, den Kinderfreibetrag und die steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten. Der Arbeitgeberzuschuss und der erhöhte Kinderabsetzbetrag unterstützten die Umverteilung zugunsten einkommensschwächerer Familien, so das Wifo. Die Aufstockung des Unterhaltsabsetzbetrages, der Kinderfreibetrag, aber auch die Absetzbarkeit der Betreuungskosten begünstigten hingegen tendenziell höhere Einkommensschichten.
Kritisiert wird seitens des Wifo weiters, dass etwa der Alleinverdienerabsetzbetrag negative Anreize für die Aufnahme oder Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit von Zweitverdienenden, in der Regel Frauen, setze.












