Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland geplant
Deutschlands Verteidigungsminister zu Guttenberg ist laut "Süddeutscher Zeitung" (SZ) dafür, die Wehrpflicht praktisch auszusetzen und nur noch junge Männer einzuziehen, die sich freiwillig melden. Gleichzeitig soll die Zahl der Berufssoldaten um ein Fünftel auf 156.000 Mann sinken, wie das Blatt aus Berliner Regierungskreisen meldete. Man rechne mit 7.500 "freiwilligen Wehrpflichtigen" pro Jahr.
Zusammen mit einigen anderen Stellen käme die deutsche Bundeswehr dann auf eine Gesamtstärke von etwa 165.000 Soldaten. Nach Informationen der Zeitung werden diesem Plan auch in den Koalitionsfraktionen die besten Chancen eingeräumt. Unter Leitung von Bundeswehr-Generalinspekteur Volker Wieker hat das Verteidigungsministerium fünf Personalmodelle für den künftigen Umfang der Bundeswehr durchgerechnet. Guttenberg will sie am 23. August im Verteidigungs- und im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags erläutern.
Laut "SZ" müsste der freiwillige Wehrdienst länger dauern als die sechs Monate, auf welche die Wehrpflichtzeit gerade erst reduziert worden ist. Nach den Vorstellungen der Reformer sollte er mindestens ein Jahr dauern, aber flexibler nach den Wünschen der Betroffenen gestaltet werden. Auch müssten für die freiwillig Dienenden mehr finanzielle und praktische Anreize wie etwa ein leichterer Zugang zum Studium geschaffen werden.
Die SPD wies die bekanntgewordenen Reformpläne als unausgereift zurück. "Eine Reduzierung um 40.000 Berufssoldaten wäre ein Kahlschlag", sagte SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold. "Und 7.500 freiwillige Wehrpflichtige sind nur ein Placebo." Die SPD schlägt stattdessen eine Armee von 175.000 Berufssoldaten und 25.000 Freiwilligen vor. Zudem fehle ihr bei dem Konzept die sicherheitspolitische Bewertung.













