Afghanistan: Acht Ausländer von Taliban getötet

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Bei einem Taliban-Angriff im Nordosten Afghanistans sind ein deutscher und sechs US-Mitarbeiter einer christlichen Hilfsorganisation getötet worden. Ein weiterer ausländischer und zwei afghanische Helfer seien ebenfalls erschossen worden, sagte der Polizeichef der Provinz Badachschan, Agha Nur Kentus, am Samstag. Die Taliban bekannten sich zu der Tat und warfen den Opfern Missionstätigkeit vor.
Die Opfer arbeiteten nach Angaben der Polizei für die Augenklinik Noor in Kabul. Sie gehörten zur christlichen Hilfsorganisation International Assistance Mission (IAM). IAM-Direktor Dirk Frans sagte, vermutlich seien sechs Amerikaner, ein Deutscher, ein Brite und zwei Afghanen getötet worden. Sie hätten in der Region medizinische Hilfe geleistet. Offiziell bestätigen könne IAM den Tod aber erst nach einer vollständigen Untersuchung.
Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte per Telefon, es habe sich um "christliche Missionare" gehandelt, die Geheimdienstinformationen in der Gegend gesammelt hätten. "Wir haben Spionagedokumente bei ihnen gefunden." Zu dem Vorfall kam es nach Angaben der Polizei am Donnerstag in einer entlegenen Bergregion im Grenzgebiet zwischen der relativ ruhigen Provinz Badachschan und der weitaus gefährlicheren Provinz Nuristan.
Das deutsche Außenministerium und die US-Botschaft bestätigten die Opferzahlen zunächst nicht. IAM teilte am Samstag auf seiner Homepage mit, vermutlich seien die Opfer einheimische und ausländische Angehörige eines mobilen Augenarzt-Teams. Nach ihrer medizinischen Arbeit in der Provinz Nuristan, die an Badachschan angrenzt, sei die Gruppe auf dem Rückweg nach Kabul gewesen. Man hoffe, dass "diese Tragödie" nicht dazu führe, dass IAM nach 44 Jahren im Land die Arbeit einstellen müsse.
Nach dem tödlichen Angriff auf christliche Helfer will die deutsche Christoffel-Blindenmission (CBM) ihre Projekte in dem Land zunächst aussetzen. "Ich gehe davon aus, dass die Einsätze erst mal gestoppt werden", sagte Sprecher Wolfgang Jochum am Samstag. Es werde nun intensiv geprüft, welche neuen Erfordernisse es gebe. Die Blindenmission arbeite seit über 30 Jahren in Afghanistan mit der christlichen Hilfsorganisation IAM zusammen.












