Verbale Eskalation zwischen Israel und Libanon
Nach dem blutigen Grenzgefecht vom Dienstag mit vier Toten geht die verbale Eskalation zwischen Israel und dem Libanon weiter. Die israelische Regierung warnte die libanesische Armee am Donnerstag vor einer "Hisbollahisierung", während die an dem Zwischenfall vor zwei Tagen unbeteiligte Schiiten-Organisation demonstrativ ihre Verbundenheit mit den Streitkräften bekundete.
Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah telefonierte laut "L'Orient-Le Jour" mit Staatspräsident Michel Sleimane und versicherte ihm, dass die Bewegung "gänzlich der Armee zur Verfügung" stehe. Israels Vize-Außenminister Danny Ayalon richtete im Rundfunk eine Warnung an die libanesische Armee: "Wenn sie sich so aufführt wie die Hisbollah, oder wenn die Hisbollah sie unter ihre Kontrolle bringen sollte, dann müssen wir mit der libanesischen Armee ganz anders verfahren".
Die nach dem Ende des fünfzehnjährigen Bürgerkrieges 1990 insbesondere mit US-Hilfe wiederaufgebaute, 60.000 Mann starke multikonfessionelle Armee hat entsprechend der Bevölkerungszusammensetzung einen starken Schiiten-Anteil. Von den USA hatte das libanesische Militär im Vorjahr über 370 Millionen Dollar bekommen. Für 2010 hat der US-Kongress weitere 100 Millionen Dollar bewilligt.
Der libanesische Armeekommandant General Jean Kahwaji würdigte unterdessen den "Mut" der Soldaten an der Südgrenze angesichts der "feindlichen Aggression gegen unser Volk und unser Land". Drusenführer Walid Joumblat dankte Syrien für die "entschlossene Unterstützung". Joumblatt war bis vor wenigen Monaten einer der schärfsten Kritiker Syriens.












