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    Zuletzt aktualisiert: 30.07.2010 um 12:28 UhrKommentare

    FBI soll gegen Wikileaks-Zuträger ermitteln

    Laut Medienberichten soll ein Gefreiter das brisanten Material auf Wikileaks veröffentlicht haben. US-Verteidigungsminister Robert Gates schließt auch ein Vorgehen gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange nicht aus.

    Auf der Webseite Wikileaks sind brisante Dokumente zum Afghanistankrieg aufgetaucht

    Foto © APAAuf der Webseite Wikileaks sind brisante Dokumente zum Afghanistankrieg aufgetaucht

    Die Plattform hatte die Dokumente zu Beginn der Woche ins Netz gestellt. Gates sagte am Donnerstag, er habe das FBI eingeschaltet, um die Verräter zu finden. Laut einem Zeitungsbericht wird dafür der Gefreite Bradley Manning verantwortlich gemacht, der Wikileaks schon ein brisantes Video aus dem Irak zugespielt haben soll.

    Derzeit leiten Experten der US-Armee im Pentagon die Ermittlungen nach den Quellen der Internetplattform. Falls das FBI tätig würde, rückten auch Zivilpersonen ins Blickfeld. Das Justizministerium könnte Verdächtige vor ein Bundesgericht bringen. "Die Ermittlungen sollten soweit gehen, wie sie müssen", sagte Gates. Ob gegen den australischen Staatsbürger Assange oder gegen die Medien, die das Wikileaks-Material verwendeten, ermittelt werden soll, ließ er offen.

    Zum Wohle der Allgemeinheit

    Assange hat mehrfach gesagt, er betreibe die Veröffentlichung der Dokumente über den Einsatz in Afghanistan zum Wohle der Allgemeinheit, die ein Recht auf eine umfassende Information habe. Wikileaks wolle den westlichen Truppen in Afghanistan und ihren Informanten durch die Veröffentlichung nicht schaden, deshalb seien nur Berichte ins Netz gestellt worden, die keine Gefahr darstellten. Doch das Pentagon wies diese Darstellung zurück.

    US-Generalstabschef Michael Mullen griff Assange scharf an. Er warf ihm vor, die Sicherheit anderer Menschen aufs Spiel zu setzen, um seine eigene Meinung deutlich zu machen. "Herr Assange kann über das Gemeinwohl, dem er und seine Quellen zu dienen glauben, erzählen, was er will", sagte Mullen. "Aber in Wahrheit könnte bereits das Blut junger amerikanischer Soldaten oder das von afghanischen Familien an seinen Händen kleben."

    Mullen sagte, dass die Veröffentlichung der Unterlagen zwar keine Auswirkungen auf die Afghanistan-Strategie hätten. Aber "das schiere Ausmaß und die Reichweite der Sammlung" zwängen zu einer "sorgfältigen Prüfung, in welchem Maße künftige taktische Operationen betroffen und das Leben unserer Soldaten und afghanischen Partnern gefährdet sein könnten".

    Kontaktversuche

    Assange sagte dem australischen Sender ABC in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview, Wikileaks habe über die "New York Times" versucht, das Weiße Haus vor der Veröffentlichung der Dokumente zu kontaktieren. Den Regierungsbeamten sei angeboten worden, einen Blick auf die Geheimberichte zu werfen, um sicherzustellen, dass keine unschuldigen Menschen identifiziert würden. Das Weiße Haus habe auf das Angebot aber nicht reagiert.

    Laut Gates verschärft das Pentagon infolge der Datenpanne die Regeln zum Umgang mit geheimen Dokumenten in Kriegsgebieten. Man werde entschlossen und "aggressiv" nach der undichten Stelle suchen. Er nannte den Gefreiten Bradley Manning zwar nicht namentlich, doch dürfte dieser einer der Gründe dafür sein. Der Mitarbeiter des Militärgeheimdienstes, der Geheimdienstmaterial analysiert, steht unter Verdacht, früher Wikileaks mit Material versorgt zu haben. So soll er sich damit gebrüstet haben, ein Video über den Beschuss von Zivilpersonen aus einem US-Militärhubschrauber im Irak weitergeleitet zu haben, das im April international für Aufsehen sorgte.

    Der 22-Jährige, der in einem kleinen Außenposten vor den Toren der irakischen Hauptstadt eingesetzt war, soll laut einem Bericht des "Wall Street Journal" (Freitag-Ausgabe) auch jetzt wieder im Zentrum der Ermittlungen stehen. Es gebe Hinweise, dass der Gefreite auch für die Veröffentlichung der Afghanistan-Dokumente verantwortlich sein könnte, zitiert das Blatt einen nicht namentlich genannten Mitarbeiter des Pentagons. Erste Untersuchungen seines Computers hätten ergeben, dass Manning vertrauliche Dokumente aus dem Afghanistan-Einsatz heruntergeladen hatte, schrieb die Zeitung weiter. Bisher hatte ihn das Verteidigungsministerium lediglich als "Person von Interesse" bezeichnet. Freunde und Bekannte des 22-Jährigen wurden nach Angaben der Zeitung von Militärermittlern befragt. Sie wollten feststellen, ob sie in letzter Zeit E-Mail oder Post von Manning erhalten haben.

    Die im Internet veröffentlichten Unterlagen sind größtenteils Jahre alt, stammen aus der Zeit zwischen 2004 und 2009. Sie enthalten weitgehend bereits bekanntes Material, aber auch Angaben über die Art und Weise militärischer und geheimdienstlicher Operationen. "Die Folgen der Veröffentlichung auf dem Schlachtfeld können ernst und gefährlich für unsere Truppen, unsere Verbündeten und afghanischen Partner sein", sagte Gates. "Und sie können sehr wohl unsere Beziehungen und unser Ansehen in diesem Schlüsselteil der Welt beschädigen."

    Die US-Streitkräfte in Afghanistan haben unterdessen einen traurigen Rekord verzeichnet: Der Juli ist der verlustreichste Monat seit Beginn der Offensive am Hindukusch vor knapp neun Jahren. Wie die NATO am Freitag mitteilte, wurden am Donnerstag bei zwei Explosionen von Sprengsätzen im Süden des Landes drei US-Soldaten getötet. Damit kamen einer Zählung der Nachrichtenagentur AP zufolge in diesem Monat 63 Angehörige der amerikanischen Streitkräfte in Afghanistan ums Leben - drei mehr als im Juni. Wie die internationale NATO-Schutztruppe ISAF am Freitag weiter mitteilte, kamen auch mindestens sechs afghanische Zivilisten bei einem Angriff von radikal-islamischen Aufständischen in der südöstlichen Provinz Ghazni um. Sieben weitere Afghanen seien bei Anschlägen in den Provinzen Ghazni, Paktia und Kandahar am Vortag getötet worden. Laut der Zählung des unabhängigen Internetdienstes icasualties.org verloren seit Jahresbeginn insgesamt etwa 405 ausländische Soldaten in Afghanistan ihr Leben. Im ersten Halbjahr 2010 starben nach Angaben von Menschenrechtlern zudem 1.074 Zivilisten in dem Konflikt.


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