Ärztekammer stellt neues Hausarztmodell vor
Die Hausärzte wollen ihre eigene Rolle aufwerten und sich selbst zum Lotsen für die Patienten durch das Gesundheitssystem machen. Hausarzt soll zentrale Anlaufstelle werden.

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Die niedergelassenen Ärzte in der Ärztekammer haben am Mittwoch ein neues Hausarztmodell vorgestellt, das den Hausarzt zur ersten und zentralen Anlaufstelle für die Patienten machen soll.
Wie der Obmann der niedergelassenen Ärzte in der Ärztekammer, Günther Wawrowsky in einer Pressekonferenz erläuterte, sollen die Patienten pro Quartal nur noch zwei Fachärzte direkt konsultieren können - analog zum früheren Krankenscheinsystem - wobei Zahnärzte nicht eingerechnet werden. Für alle weiteren Facharztbesuche soll eine Überweisung vom Hausarzt erforderlich sein. Derzeit ist es möglich mit der E-Card je einen Facharzt jeder Fachgruppe pro Quartal aufzusuchen. Wenn man dann in dem von der Ärztekammer vorgeschlagenen Modell einen dritten Facharzt aufsucht, soll das dem Mediziner über die E-Card aufgezeigt werden. Der Arzt werde dann in der Regel den Patienten trotzdem behandeln, dieser werde aber eine Überweisung nachbringen müssen, erläuterte Wawrowsky.
Zudem soll der Hausarzt auf der E-Card der Patienten registriert werden. Er soll dann auch alle Befunde vom Facharzt bzw. vom Spital bekommen und zwar nicht nur wenn der Hausarzt den Patienten dorthin überwiesen hat, sondern auch wenn er von sich aus dorthin gegangen ist.
Wawrowsky betonte dazu, dass die freie Arztwahl erhalten bleibe, "es wird kein gate-keeping geben." Allerdings sei ein "ungeordneter Zugang" zum Gesundheitssystem weder medizinisch noch ökonomisch sinnvoll. Der Hausarzt kenne die Patienten am besten und könne am besten einschätzen, was diese benötigen. Basis der Versorgungspyramide solle demnach der Hausarzt sein, darüber stehe der Facharzt, dann die Spitalsambulanz und an der Spitze die stationäre Behandlung.
Der Vertrauensarzt muss in diesem Modell nicht zwingend ein Allgemeinmediziner sein, es kann auch ein Facharzt sein. Vor allem chronisch Kranke könnten bei einem Spezialisten besser aufgehoben sein. Dieser müsse dann aber in Verbindung mit einem Allgemeinmediziner sein.
Entlastung der Spitalsambulanzen
Die Ärztekammer erwartet sich von den Modell auch eine Entlastung der Spitalsambulanzen. Zahlen über ein mögliches Einsparungspotenzial konnte sie aber nicht nennen. Außerdem werde es auch zu einer Verschiebung von Kosten kommen, weil mehr in den niedergelassenen Bereich investiert werden müsse. So fordern die Ärzte bereits ein Honorar für die koordinierende Tätigkeit, über die Höhe werde mit der Sozialversicherung zu verhandeln sein. Die Forderung werde "maßvoll" sein, aber "gratis werden wir es nicht machen".
Notwendig sei in diesem Zusammenhang auch eine Reformierung der Ausbildung der Allgemeinmediziner. Die Ausbildung dafür soll fünf Jahre dauern, zudem soll eine einjährige Lehrpraxis verpflichtend sein.
Die Ärztekammer will nun mit der Politik und der Sozialversicherung über dieses Modell verhandeln. Über die Absicht, ein solches Konzept vorzulegen, habe man das Gesundheitsministerium vorab informiert. Seit Jahren finde sich das Hausarztmodell in jeder Regierungserklärung, geschehen sei bisher aber nichts. Die Ärztekammer wolle es jetzt umsetzen, betonte Wawrowsky.
Features
Fakten
Wie der Obmann der niedergelassenen Ärzte in der Ärztekammer, Günther Wawrowsky in einer Pressekonferenz erläuterte, sollen die Patienten pro Quartal nur noch zwei Fachärzte direkt konsultieren können - analog zum früheren Krankenscheinsystem - wobei Zahnärzte nicht eingerechnet werden. Für alle weiteren Facharztbesuche soll eine Überweisung vom Hausarzt erforderlich sein. Derzeit ist es möglich mit der E-Card je einen Facharzt jeder Fachgruppe pro Quartal aufzusuchen.













