Darabos für Verlängerung der Bosnien-Mission

Foto © APA
Verteidigungsminister Darabos hat sich am Dienstag in Bosnien für eine Verlängerung der Friedensmission EUFOR/Althea auch nach 2010 ausgesprochen. Er glaube nicht, dass die Zeit für ein Auslaufen der Mission, an der sich derzeit 310 österreichische Soldaten beteiligen, schon reif sei, sagte er gegenüber der APA.
Für Österreich sei es sinnvoll, sich mit dem Westbalkan in einer Region zu engagieren, statt einen "Fleckerlteppich" an Auslandseinsätzen zu haben. Die EUFOR/Althea sei eine "Herzeige-Mission" der EU, so Darabos zur jüngst erfolgten Aufstockung des österreichischen Truppenanteils von 190 auch bis zu 400 Soldaten. Es wäre "fahrlässig" gewesen, knapp vor dem Ende der Mission, die Truppen zu reduzieren, Österreich habe die "Lücken" von anderen Ländern - vor allem Spanien und Polen hätten einen großen Teil der Truppen abgezogen - geschlossen.
Die Wunden des "schrecklichen Krieges" in den 1990er Jahren in Bosnien-Herzegowina seien "noch nicht vollständig vernarbt", erklärte Darabos auch vor Teilen des österreichischen Kontingents im Camp Butmir in Sarajevo. Man müsse weiter militärisch präsent sein. Alle Zeichen deuteten darauf hin, dass man im Herbst von der UNO gebeten werde, das Mandat zu verlängern, und dem stehe er positiv gegenüber.
Österreich stellt in der EUFOR/Althea-Mission die meisten Soldaten, betonte Darabos. Er dankte den Soldaten für ihre Arbeit und hob hervor, dass ihre Tätigkeit auf EU- und UNO-Ebene "bestens wahrgenommen werde". Eine weitere Aufstockung der österreichischen Truppen ist für den Verteidigungsminister aber nicht vorstellbar, wie er gegenüber der APA meinte - die Solidarität sei da, die Dimension aber "ausgereizt".
Darabos bereist bereits zum vierten Mal Bosnien. Nachdem er unter anderem vom Kommandanten der EUFOR-Mission, dem österreichischen General Bernhard Bair, über die aktuelle Lage informiert worden war, standen noch eine Gefechtsvorführung und Gespräche mit Soldaten am Programm. Bair dankte Darabos für die Aufstockung der österreichischen Truppen. Am Mittwoch trifft Darabos unter anderem Politiker und besucht die Gedenkstätte Potocari in Srebrenica. Der Verteidigungsminister wird bis Donnerstag in Bosnien bleiben.












