Griechischer Journalist von Terroristen erschossen

Foto © APA
Unbekannte haben am Montagmorgen einen bekannten griechischen Journalisten vor seinem Haus in der Athener Vorstadt Ilioupolis erschossen. Der 37-Jährige Sokratis Giolias wurde von mindestens 16 Kugeln getroffen und war auf der Stelle tot. Wie die Untersuchungen der Polizei ergaben, stecke die griechische linksgerichtete Terrororganisation "Sekte der Revolutionäre" hinter diesem Anschlag.
Am Tatort seien 9-Millimeter-Patronenhülsen aus zwei Waffen gefunden worden, die die Terrorgruppe bereits bei zwei früheren Anschlägen verwendet habe, teilte die Polizei mit. Die Täter hatten nach ersten Informationen der Polizei ihr Opfer mit der telefonischen Nachricht aus seiner Wohnung gelockt, sein Auto werde gerade gestohlen. Als er auf die Straße ging, ist er nach Augenzeugenaussagen von mindestens drei Männern, die vermutlich Uniformen eines Sicherheitsunternehmens oder der Kommunalpolizei trugen, mit mehr als zehn Schüssen erschossen worden. Die Täter flohen mit einem Auto, das wenig später völlig verbrannt aufgefunden wurde.
Der 37-jährige Giolias leitete den privaten Radiosender Thema FM und schrieb Beiträge für den beliebten Nachrichten-Blog "Troktiko", in dem oft Skandale aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Thema waren. Journalisten und Politiker verurteilten die Tat. "Demokratie und Meinungsfreiheit können nicht geknebelt, terrorisiert oder eingeschüchtert werden", sagte ein Regierungssprecher.
Die Sekte der Revolutionäre war im Dezember 2008 im Zuge landesweiter Unruhen erstmals aufgetaucht. Diese hatten sich am Tod eines Jugendlichen entzündet, den die Polizei erschossen hatte. Die Sekte der Revolutionäre kündigte anschließend Anschläge auf Polizei und Medien an. Die Terrorgruppe wirft Journalisten vor, mit ihren Nachrichten sicherzustellen, dass die Öffentlichkeit obrigkeitshörig bleibt. Erst kürzlich hatte sich die Sekte der Revolutionäre zu der Ermordung eines Anti-Terror-Polizisten vor einem Jahr bekannt.












