Ahmadinejad ist den Ayatollahs zu liberal

Foto © APA
Der iranische Präsident Ahmadinejad ist angesichts kontroverser religiöser Kommentare von einem führenden Geistlichen, Ayatollah Seyyed Ahmad Khatami, zur Mäßigung aufgerufen worden. So hatte Ahmadinejad die Geistlichen vor kurzem verärgert, als er forderte, dass Frauen, die keinen Vollschleier tragen, nicht durch die Religionspolizei belästigt werden sollten.
Die Kleriker hielten dagegen, dass Frauen ohne ständige strenge Kontrolle "in die Falle der westlichen Kultur-Kriterien" zu laufen drohten. Kurz darauf meldete sich Ahmadinejad erneut zu Wort und forderte "kulturellen Unterricht statt Polizeigewalt". Vor rund fünf Jahren hatte sich Ahmadinejad dafür eingesetzt, Frauen auch den Zutritt zu Fußballstadien zu erlauben - was vom Klerus unter Hinweis auf die "vulgäre Sprache" der Fans abgelehnt wurde.
Einlassungen des Präsidenten auf religiösem Gebiet seien "nicht ratsam" und könnten die Regierung schwächen, sagte Ayatollah Khatami (nicht zu verwechseln mit dem früheren iranischen Präsidenten und nunmehrigen Oppositionspolitiker Mohammad Khatami).
Der iranische Präsident hatte die Hüter der Moral auch mit seiner Haltung zur Krawatte auf die Palme gebracht, die seit der islamischen Revolution 1979 als Symbol verdorbener westlicher Kultur verpönt ist. Nach den Worten Ahmadinejads erließ der Klerus bisher keine eindeutige Regel zum Tragen von Krawatten. Wurden Krawatten Anfang der 80er Jahre noch von der Sittenpolizei abgeschnitten, so sind sie in den vergangenen Jahren wieder bei privaten Geschäftsleuten in Mode gekommen.












